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Aktiennews: AOL Time Warner macht Milliardenverlust

Der weltgrößte Medienkonzern AOL Time Warner hat im ersten Quartal den Rekordverlust von 54,24 Milliarden Dollar (rund 61 Milliarden Euro) gemeldet. Dies ist der größte Quartalsverlust einer Firma in der US-Wirtschaftsgeschichte.

Wie das Unternehmen mitteilte, geht der Großteil auf Wertabschreibungen von Tochterfirmen zurück, die am Markt stark an Wert verloren hatten. Neue Abschreibungsregeln in den USA zwangen den Konzern zudem dazu, die Verluste sofort und in voller Höhe auszuweisen. Vor der Fusion von AOL und Time Warner vor rund einem Jahr hatten beide Firmen im selben Zeitraum zusammen nur einen Verlust von 1,4 Milliarden Dollar verzeichnet. Ohne die Einmaleffekte entwickelte sich der Geschäftsverlauf jedoch besser, als es US-amerikanische Analysten erwartet hatten.

Filmgeschäft half

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent und der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte um drei Prozent zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss weiter mit. Das durch den jüngsten Erfolg mit »Herr der Ringe« angekurbelte Filmgeschäft hat die Schwäche in der Internet- und Musiksparte mehr als ausgeglichen. Die Barerlöse, die keine Firmenwertabschreibungen und Sonderkosten berücksichtigen, stiegen nach Angaben von AOL Time Warner auf 18 Cent je Aktie von 16 Cent im Vorjahr. Analysten hatten mit 14 Cent je Aktie gerechnet. Das Ebitda der AOL-Internetsparte fiel den Angaben zufolge allerdings um fast 15 Prozent auf 433 Millionen Dollar von 507 Millionen im Vorjahr.

Rekordverlust nach Sonderabschreibungen

Der Nettoverlust betrug im ersten Quartal 54,2 Milliarden Dollar nach 1,37 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Je Aktie bedeutete dies einen Nettoverlust von 12,25 (Vorjahr 0,31) Dollar. Den Umsatz bezifferte der Konzern auf 9,8 Milliarden Dollar, das Ebitda auf 2,05 Milliarden Dollar.

Einmalig für US-Geschichte

»Das ist sicherlich der größte Verlust der jüngsten US-Geschichte«, sagte Marc Gerstein von Multex Research. Mit den bisher höchsten Sonderbelastungen des Unternehmens von 54 Milliarden Dollar hatte AOL Änderungen bei der Bilanzierung berücksichtigt. Die Abschreibung spiegelt den gesunkenen Wert des Unternehmens nach dem Kauf von Time Warner vor zwei Jahren wider. Die Fusion war im Jahr 2000 zunächst mit 181 Milliarden Dollar bewertet worden. Zum Zeitpunkt des Abschlusses im Januar 2001 war der Wert des gemeinsamen Unternehmens auf 106 Milliarden Dollar geschrumpft. Sorgen um die Entwicklung des Umsatzes und die zukünftigen Werbeeinnahmen hatten den Aktienkurs des Konzerns nahezu halbiert.

Konzern reduziert Cash-Flow-Prognose

Nach Ansicht des künftigen CEO Richard Parsons, der im kommenden Monat das Amt von Gerald Levin übernimmt, gibt es Anzeichen für eine Erholung des Konzerngeschäfts. »Wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels«, sagte Parsons. Das Unternehmen bekräftigte die Prognose, dass der Umsatz im Gesamtjahr um fünf bis acht Prozent wachsen wird. Angesichts der Schwäche in der Internetsparte und geringerer Werbeumsätze reduzierte AOL Time Warner allerdings seine Prognose für den Cash Flow. Das Wachstum soll hier im Jahr 2002 nur zwischen fünf und neun Prozent betragen, nach früheren Schätzungen von acht bis zwölf Prozent. Nach Auskunft von Parsons wird der Umsatz aus Werbung und Handel im Internet im Jahr 2002 auf 1,8 bis 2,2 Milliarden Dollar von im Vorjahr 2,7 Milliarden Dollar sinken. Das Ebitda der Online-Sparte werde wahrscheinlich auf 1,8 bis 2,2 Milliarden von 2,3 Milliarden im Vorjahr fallen.

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