HOME

Börsen im Sinkflug: Warum sich ein Einstieg jetzt lohnt

Krisenstimmung an den Börsen: Der Dax rutscht erstmals seit zwei Jahren unter 5000 Punkte. Doch der Absturz hat auch etwas Gutes: Für Privatanleger ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt, um in den Markt einzusteigen. stern.de erklärt, worauf Sie dabei achten müssen.

Von Tanja Vedder

Die Angst geht um an der Börse und drückt die Indizes immer weiter in die Tiefe. Am Montag rutschte der Dax erstmals wieder unter die Marke von 5000 Punkten und notierte damit so tief wie zwei Jahre nicht mehr. An der Börse herrscht allgemeine Verunsicherung ob der wirtschaftlichen und politischen Großwetterlage. Viele Analysten gehen davon aus, dass die Kurse noch weiter sinken werden.

Doch die niedrigen Preise haben auch ihr Gutes. Viele Aktien sind günstig – und deshalb ist jetzt eigentlich ein perfekter Zeitpunkt um einzusteigen oder zuzukaufen. Denn wenn die Kurse am Boden sind, gibt es reichlich Potenzial nach oben. Eine große Chance auf satte Gewinne also. "An der Börse kann man derzeit das ein oder andere gute Schnäppchen machen", sagt Peter Lischke, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale in Berlin. Ähnlich sieht das auch Hermann Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest: "Wer einen langen Anlagehorizont hat, für den ist der Zeitpunkt für einen Einstieg jetzt in jedem Fall günstiger als vor einem halben Jahr." Bis zum Juli hatte der Dax noch über der Marke von 7000 Punkten notiert.

Beim Einkauf an der Börse aber gibt es einiges zu beachten – das Wichtigste in sechs Punkten.

1. Aktien kaufen

Ein Investment in Aktien erfordert Erfahrung und permanente Beobachtung. Das ist eher etwas für den versierten Anleger. Investieren Sie nur in Unternehmen, in das Sie Vertrauen haben und dessen Arbeitsphilosophie Sie verstehen. Damit haben Sie sich bereits eines der Grundprinzipien des amerikanischen Börsengurus Warren Buffet zu eigen gemacht, der mit dieser Strategie ein Vermögen gescheffelt hat. "Man sollte sich nur eine Aktie herauspicken, von der man der Meinung ist, dass sie auch langfristig Bestand haben wird", sagt Verbraucherschützer Lischke.

2. Auf Fonds ausweichen

Für weniger versierte Anleger sind Fonds die bessere Alternative. Der Vorteil: Die Beobachtung der Unternehmen und den eventuellen An- und Verkauf von Aktien übernimmt der Fondsmanager. Es reicht, wenn der Privatanleger in größeren Abständen die Entwicklung seines Fonds überprüft. Eine noch kostengünstigere Alternative sind Indexfonds. Diese bilden bestimmte Börsenbarometer ab, den Dax beispielsweise. Weil Indexfonds meist nicht gemanagt sind, kosten sie deshalb weniger Gebühren.

Am besten wählen Sie einen möglichst breit aufgestellten Fonds, der also in Aktien aus verschiedenen Regionen der Erde und verschiedenen Branchen investiert. So setzen Sie nicht alles auf eine Karte und mindern das Verlustrisiko. Bei der Suche nach dem passenden Fonds können Anleger sich auch auf die Tests diverser Fachzeitschriften stützen. Einen monatlich aktualisierten Fonds-Check bietet auch die Zeitschrift Finanztest.

3. Regelmäßig einzahlen

Bei einem Fonds ist eine regelmäßige Zahlung besser als einen Einmalzahlung. Denn wer monatlich einen bestimmten Betrag überweist, federt das Auf- und Ab der Börsen am besten ab. So wird auch in schlechten Zeiten zugekauft – und die zusätzlichen Anteile bringen dann in guten Zeiten mehr Gewinn.

4. Langen Atem haben

Ein langer Anlagehorizont ist das A und O für den Privatanleger. Zehn Jahre sollten Sie die Papiere oder Fonds schon halten. Dann kann Ihnen auch ein Kursverfall wie der aktuelle nichts anhaben. "Panik ist nicht angebracht", betont Finanztest-Chefredakteur Tenhagen. Wer dagegen auf das schnelle Geld aus ist und schon nach sechs Monaten oder einem halben Jahr wieder verkaufen will, geht immer ein sehr großes Risiko ein. Möglicherweise liegen die Kurse dann ja noch unter dem Einstiegspreis. Investoren mit einem nur kurzfristigen Anlagehorizont rät Tenhagen deshalb auch von einem Einstieg ab. "Solche Anleger sollten derzeit die Füße still halten."

5. Niemals nur auf Börse vertrauen

Jede vernünftige Geldanlage basiert auf dem Grundsatz: Setze niemals nur auf ein Pferd. Deshalb sollte der Aktien- oder Fondsanteil im Depot nie 100 Prozent ausmachen, sondern je nach eigener Risikofreudigkeit deutlich darunter liegen.

6. Nur investieren, was wirklich übrig ist

Generell sollten Sie nur das Geld investieren, das Sie auch langfristig vom monatlichen Einkommen problemlos abzwacken können. Denn wer Bares ausgerechnet dann braucht, wenn die Börsen im Keller sind und dann verkauft, steht am Ende eher mit einem dicken Minus anstatt des satten Gewinns da.