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Mein Jahr mit Grundeinkommen: 1000 Euro extra im Monat: Für diese drei Dinge hat Gabriel, 17, das Geld verwendet

Gabriel Pregizer erhielt ein Jahr lang ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro im Monat. Einfach das Geld auf den Kopf hauen, kam für den Teenager nicht in Frage. Der 17-Jährige hatte klare Vorstellungen - und zog diese auch durch.

Gabriel Pregizer

Gabriel Pregizer, heute 19, erhielt von Mai 2018 bis April 2019 ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro im Monat.

Was machen Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 1000 Euro im Monat - und was macht das Geld mit ihnen? Das hat der stern Menschen gefragt, die das Glück hatten, ein Jahr lang dieses Geld zu bekommen. Ausgezahlt hat es der Berliner Verein "Mein Grundeinkommen". Seit 2014 hat er - finanziert durch Spenden - rund 500 Menschen ein Jahr mit Grundeinkommen ermöglicht (ein Interview mit dem Gründer lesen Sie hier). Der stern stellt in loser Folge Gewinner vor, die das Jahr bereits hinter sich haben, und lässt sie von ihren Erfahrungen berichten.

Gabriel Pregizer war noch nicht einmal volljährig, als er in der Grundeinkommenslotterie gewann. Trotzdem wusste er ziemlich schnell, was er mit dem Geld und dem Jahr anfangen wollte. "Ich wollte jedenfalls nicht den Fehler machen, mein Leben von heute auf morgen auf den Kopf zu stellen, und nur noch Luxusartikel zu kaufen und rauschende Feste zu feiern", sagt Pregizer. Stattdessen sah der Plan drei Dinge vor. Erstens: Wertpapiere kaufen als langfristige Anlage. Zweitens: Reisen. Und drittens: einen Job finden, den er gerne macht. Hier ist sein Erfahrungsbericht. 

1000 Euro im Monat: Wie funktioniert das bedingungslose Grundeinkommen?

"Als das mit dem Grundeinkommen losging, war ich noch 17, und machte einen Bundesfreiwilligendienst in der Landwirtschaft mit sozialem Schwerpunkt. Dort habe ich mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen ein Jahr im Gartenbau gearbeitet, das ging noch bis August 2018.

Als ich erfahren habe, dass ich gewonnen habe, hat mich das zuerst einmal riesig gefreut und ich habe mir ganz viele Gedanken gemacht, was ich überhaupt machen möchte. Man kann das ja ein bisschen mit einem Lottogewinn vergleichen und viele Lottogewinner können mit dem Geld gar nicht umgehen und stehen am Ende schlechter da als vorher. Ich wollte jedenfalls nicht den Fehler machen, mein Leben von heute auf morgen auf den Kopf zu stellen, und nur noch Luxusartikel zu kaufen und rauschende Feste zu feiern. Das hat auch irgendwo seine Berechtigung, aber ich dachte, eigentlich möchte ich mit dem Geld so umgehen, dass ich in Zukunft auch noch was davon habe.

Die Hälfte in Wertpapiere investiert

Deshalb habe ich einen Teil des Grundeinkommens in Wertpapiere investiert. Ich habe auch schon vorher Geld, das ich verdient habe, investiert und dann eben in größerem Maßstab. Unterm Strich habe ich etwa 50 Prozent des Grundeinkommens in Wertpapiere investiert, nicht jeden Monat 500 Euro, aber insgesamt so um die 6000 Euro.

Mein Ziel ist es, mir eine Art eigenes Grundeinkommen aufzubauen, weil man einfach nicht auf die Regierung bauen kann, da weiß man letztlich nie, was sich tut. Aber man kann selbst versuchen, finanziell unabhängig zu werden und mein Plan ist, über Wertpapiere Stück für Stück finanziell unabhängig zu werden. Ich bin kein Daily Trader, sondern habe einen sehr langen Anlagehorizont. Ich kaufe und verkaufe an der Börse vielleicht alle fünf Monate mal was, dabei folge ich den Anweisungen eines Investors und habe bisher damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Durch Osteuropa getrampt

Mit dem Rest des Geldes habe ich verschiedene Sachen gemacht: Zum einen bin ich eineinhalb Monate gereist. Zuerst mit einer Freundin durch Georgien, dann mit dem Bus nach Istanbul und von dort bin ich durch Osteuropa getrampt - nach Bulgarien, weiter nach Rumänien, nach Ungarn, Slowakei, Tschechien und zurück nach Deutschland. Ohne Grundeinkommen wäre das für mich nicht möglich gewesen,

In der Zeit habe ich mir Gedanken gemacht, was für einen Beruf ich ergreifen will. Ich dachte an etwas Handwerkliches, weil mir das liegt und Spaß macht. Um dem auf den Grund zu gehen, habe ich mir – mit dem Grundeinkommen im Rücken – Zeit genommen, verschiedene Dinge auszuprobieren, bin Probe arbeiten gewesen und war auf einer Handwerksmesse in Berlin. Ich habe ein Praktikum bei einem Schuhmacher gemacht und in der Landwirtschaft auf verschiedenen Höfen gearbeitet.

Letztendlich ist es auf den Schreiner hinausgelaufen. Ich bin jetzt seit September in der Ausbildung, das läuft sehr gut. Ich arbeite in der Holzmanufaktur Rottweil in Baden-Württemberg und wir kümmern uns ausschließlich um Denkmalschutzarbeiten. Alte Sachen haben es mir schon immer angetan, Oldtimer interessieren mich auch zum Beispiel. Wir restaurieren von der kleinen Villa bis zum großen Barockschloss alles. Ich bin viel in Süd- und Mitteldeutschland auf Montage unterwegs. Als Auszubildender bekomme ich 700 bis 800 Euro brutto, das ist natürlich weniger als das Grundeinkommen vorher und ich muss mehr ans Geld denken, gerade gegen Ende des Monats.

Kombination von Freiheiten und Sicherheit

Das Wichtigste, was das Grundeinkommen mir gegeben hat, war eine Kombination von Freiheiten und Sicherheit. Ich konnte ganz viel probieren und hatte immer eine finanzielle Absicherung. Das ist ein angenehmes Gefühl, was ich jedem gönnen würde. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle eine gute Sache wäre. Wenn wir es genau betrachten, haben wir ja schon ein Grundeinkommen nur ist es halt an Bedingungen geknüpft. Wenn ich arbeitslos werde oder Mutter werde, gibt der Staat uns etwas. Das ist schon mal gut, auch im Vergleich zu anderen Ländern. Das heißt aber nicht, dass es da nicht auch noch Luft nach oben gibt.

Ich finde, es sollte ein Grundrecht sein, das wir bedingungslos ein bisschen Geld bekommen, womit wir uns als Mensch entfalten können. Viele Leute fürchten, dass die Menschen das bedingungslose Grundeinkommen ausnutzen und auf Kosten des Staates leben, aber das gibt es heutzutage auch schon. Das heißt nicht, dass wir nicht einen Schritt weiter gehen und allen, die etwas Positives damit machen, das ermöglichen können."

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