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Indizes: Börsen-Liebling MLP flog aus dem DAX

Nur zwei Jahre lang gehörte der Finanzdienstleister MLP zum illustren Club deutscher Börsenelite, dem Dax. Aber rapider Kursverfall infolge der Branchenkirse und Vorwürfe der Bilanzmanipulation und des Insiderhandels schwächten das Image.

Nur gut zwei Jahre durfte der Finanzdienstleister MLP zur deutschen Börsenelite im DAX gehören. Der rapide Kurssturz infolge der allgemeinen Branchenkrise und der schwere Ansehensverlust durch Vorwürfe der Bilanzmanipulation und des Insiderhandels ließ den Wert des Heidelberger Unternehmens weit unter die DAX-Vorgaben der Deutschen Börse sinken. Zwei Mal schon wurde der Finanzdienstleister in diesem Jahr als potenzieller Absteiger gehandelt, und war zunächst doch noch verschont worden. Im dritten Anlauf kam die Herabstufung in den MDAX.

Kein guter Start

Die DAX-Karriere von MLP stand offenbar von Anfang an unter keinem guten Stern: Am ersten Handelstag im Juli 2001 verlor die Aktie 1,42 Prozent auf 104,50 Euro. Sie war damit bereits weit von den Höhepunkten von bis zu 190 Euro aus dem Jahr 2000 entfernt. Für die Aktionäre sollte es jedoch noch schlimmer kommen: Nach den Vorwürfen wegen angeblicher Bilanztricks erreichte der Kurs vor einigen Monaten den Tiefpunkt von weniger als sechs Euro. Der Dienstags-Schlusskurs von 13,05 Euro war daran gemessen schon eine deutliche Verbesserung.

Gerüchte über "Sex & Crime"

Die Talfahrt des ehemaligen Börsenlieblings hatte sich im Mai vergangenen Jahres beschleunigt, als Gerüchte über "Sex und Crime" das Heidelberger Unternehmen bis ins Mark erschütterten. Wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Bilanzmanipulation ermittelt seitdem die Mannheimer Staatsanwaltschaft. Der auf Akademiker spezialisierte Finanzdienstleister machte 2002 den ersten Verlust der 32-jährigen Unternehmensgeschichte.

Trotz Rückgangs Prognose bekräftigt

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sackte das Ergebnis nach Steuern von 17,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 7,0 Millionen Euro ab. Das Vorsteuerergebnis verringerte sich auf 11,7 Millionen nach 28,6 Millionen Euro. Der Umsatz fiel von 263,1 Millionen auf 246,4 Millionen Euro zurück. MLP bekräftigte dennoch die Prognose für das Gesamtjahr, ein Vorsteuerergebnis von 65 Millionen Euro zu erreichen und den Umsatz in den nächsten Jahren um 20 Prozent zu steigern.