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Wall Street: Rekordölpreis sorgt für Kursstürze

Ein neues Rekordhoch beim Ölpreis und unerwartet schlechte Arbeitsmarktdaten haben den US-Aktienmärkten schwere Verluste zugefügt. Der Dow Jones brach zum Wochenausklang mehr als drei Prozent ein - der stärkste Tagesverlust seit Februar 2007. Ein Grund: Der Rekordölpreis von über 139 Dollar.

Drastische Ölpreissprünge und schwache US- Arbeitsmarktdaten haben dem Dow Jones Industrial am Freitag den bisher höchsten Tagesverlust im laufenden Jahr eingebracht. Der US- Leitindex brach um 3,13 Prozent auf 12 209,81 Punkte ein und schloss auf dem niedrigsten Stand seit dem 19. März. Auf Wochenbasis betrug das Minus 3,39 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 3,09 Prozent auf 1360,68 Zähler. An der Technologiebörse NASDAQ ging es für den Composite-Index um 2,96 Prozent auf 2474,56 Zähler nach unten. Der NASDAQ 100 verlor 3,15 Prozent auf 1990,39 Punkte.

Besonders die Titel der Fluggesellschaften, die am Vortag noch von einer positiven Studie der Investmentbank Lehman Brothers profitiert hatten, litten unter der Ölpreisentwicklung. So gaben Aktien von AMR, des Mutterkonzerns von American Airlines, um 8,71 Prozent auf 7,13 Dollar nach. Papiere der United-Airlines-Mutter UAL verloren 14,54 Prozent auf 8,64 Dollar. Delta Air Lines schlossen 7,89 Prozent niedriger bei 6,30 Dollar. Anteilsscheine des Flugzeugbauers Boeing verloren 5,37 Prozent auf 73,16 Dollar.

Mit am besten hielten sich noch die Aktien von Ölkonzernen. Chevron Corp. verloren lediglich 0,49 Prozent auf 99,50 Dollar - hier stützte neben dem hohen Ölpreis zusätzlich die Nachricht, dass das Unternehmen mit Kasachstan den Bau einer neuen Öl-Pipeline vorantreiben will. Papiere des Konkurrenten Exxon Mobil gaben um 2,82 Prozent auf 86,79 Dollar nach.

Yahoo!-Papiere gehörten mit plus 0,30 Prozent auf 26,44 Dollar zu den wenigen Gewinnern an der Wall Street. Der streitbare Großaktionär Carl Icahn hat den Machtkampf mit der Führung des Internet-Konzerns weiter zugespitzt und in einem Brief einen Preis von 34,375 Dollar je Aktie als angemessen für einen Verkauf von Yahoo! an Microsoft genannt. Bei dem im Mai abgeblasenen Übernahmeangriff hatte Microsoft zum Schluss 33 Dollar je Aktie geboten. Yahoo! forderte dem Windows- Konzern zufolge mindestens 37 Dollar. Microsoft-Titel gaben um 2,86 Prozent auf 27,49 Dollar nach.

Im Finanzsektor reagierten Aktien von Lehman Brothers mit heftigen Kursschwankungen auf Medienberichte, denen zufolge die Bank ihre Zahlen für das zweite Quartal vorziehen könnte. Eigentlich stehen sie in der Woche ab dem 16. Juni an, in der die meisten anderen Investmentbanken ihre Bilanzen präsentieren. In den vergangenen Tagen hatte es auch Berichte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung gegeben. Die Aktie schloss 4,61 Prozent niedriger bei 32,29 Dollar.

Am New Yorker Rentenmarkt gab es für die Festverzinslichen Gewinne. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen legten auf 99 22/32 Punkte zu und rentierten mit 3,914 Prozent. Der Euro stand zuletzt bei 1,5773 Dollar.

DPA/REUTERS / DPA