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Dresden: Ausverkauf der städtischen Wohnungen

Es ist beschlossene Sache: Die Stadt Dresden verkauft ihren kompletten Wohnungsbestand an einen US-Investor. Mit dem Kaufpreis kann die Kommune auf einen Schlag ihre Schulden tilgen - ein Beispiel, das Schule machen könnte.

Die Stadt Dresden verkauft als erste deutsche Kommune ihren kompletten Wohnungsbestand. Am Donnerstagabend stimmte der Stadtrat dem Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Woba mehrheitlich zu.

Damit kann die Stadt auf einen Schlag ihre Schulden in Höhe von 741,4 Millionen Euro tilgen. Die US-amerikanische Investorengruppe Fortress hat für die rund 48 000 Wohnungen 1,7 Milliarden Euro geboten. Das Geschäft war bis zuletzt umstritten. Dresden könnte mit dem Deal die erste schuldenfreie Großstadt Deutschlands werden.

Auch Soros bot mit

Der zweitplatzierte Anbieter, die Berliner Beteiligungsgesellschaft Apellas des amerikanischen Investors George Soros, hatte 933 Millionen Euro geboten. Fortress setzte sich gegen insgesamt 80 andere Bieter durch. Die Investorengruppe engagiert sich nach eigenen Angaben unter anderem in den Bereichen Private Equity Fonds und Immobilien. Sitz der Muttergesellschaft ist New York.

Das Vorhaben sorgte schon vor der Abstimmung für Zündstoff. Vertreter einer Bürgerinitiative wollten vor der Stadtratssitzung knapp 45 000 Unterschriften gegen den Komplettverkauf vorlegen.

DPA / DPA
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