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Mietspiegelindex: So hoch sind die Mieten in den Städten – München ist nicht mehr am teuersten

Eine Auswertung aller Mietspiegel zeigt: Die Mieten steigen zwar - aber nicht mehr so stark wie zuvor. München ist erstmals seit Langem nicht mehr die teuerste Großstadt.

Stuttgart löst München als teuerste Stadt für Mieter ab

Stuttgart löst München als teuerste Stadt für Mieter ab

Getty Images

Gute Nachrichten für Mieter: Der Wahnsinn bei den Mietpreisen lässt langsam nach. Nachdem zuletzt bereits die Angebotsmieten stagniert hatten, macht sich die Entspannung nun auch in den Mietspiegeln bemerkbar, wie die Hamburger Immobilienexperten von F+B berichten.

Laut dem F+B Mietspiegelindex 2019 sind die ortsüblichen Vergleichsmieten in diesem Jahr nur um moderate 1,8 Prozent gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 2,2 Prozent gewesen. Die Auswertung berücksichtigt sämtliche amtlichen Mietpreisübersichten des Landes und damit Millionen bestehende Mietverhältnisse.

Teure Speckgürtel

Am höchsten sind die Bestandsmieten demzufolge in Süddeutschland: Die teuersten zehn Gemeinden sind allesamt in den Metropolregionen München und Stuttgart gelegen. Die teuerste Kommune ist Karlsfeld vor den Toren Münchens mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 10,86 Euro pro Quadratmeter. Auch in den Münchner Vororten Germering und Dachau (sowie im Stuttgarter Vorort Leinfelden-Echterdingen) sind die ortsüblichen Vergleichsmieten leicht höher als in München selbst. "Hier zeigt sich, dass die alte Regel, wer günstiger wohnen möchte, muss ins Umland ziehen, nicht mehr durchgreifend gilt", sagt Bernd Leutner von F+B. Das extrem hohe Preisniveau in den Kernstädten habe zu kontinuierlichen Ausweichbewegungen in die Speckgürtel geführt.

Stuttgart zieht an München vorbei

Was die Großstädte selbst angeht, so hat Stuttgart erstmals München als teuerste Metropole für Mieter abgelöst. Im Schnitt zahlen die Stuttgarter 10,41 Euro kalt pro Quadratmeter, in München sind es 9,74 Euro pro Quadratmeter. Der Schnitt aller in Deutschland erhobenen Mietspiegel liegt bei 7,04 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Überdurchschnittlich teuer ist das Wohnen auch in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Köln mit durchschnittlichen Quadratmetermietpreisen oberhalb von 8 Euro.

Deutlich günstiger sind die Mieten in ostdeutschen Großstädten wie Erfurt (6,64 Euro) oder Dresden (6,13 Euro). Auch in Berlin sind die Bestandsmieten trotz Anstiegs immer noch vergleichsweise günstig, wobei sich auch hier ein Gefälle zwischen teurerem West- und günstigerem Ostteil der Stadt zeigt (siehe Tabelle).

Durchschnittliche Vergleichsmieten in deutschen Großstädten 2019

Stadt

Durchschnittsmiete je qm

Stuttgart

10,41 Euro

München

9,74 Euro

Hamburg

8,79 Euro

Düsseldorf

8,60 Euro

Frankfurt

8,59 Euro

Köln

8,44 Euro

Berlin-West

7,32 Euro

Durchschnitt Deutschland

7,04 Euro

Erfurt

6,64 Euro

Berlin-Ost

6,55 Euro

Potsdam

6,51 Euro

Dresden

6,13 Euro

Schwerin

6,03 Euro

Quelle: F+B Mietspiegelindex 2019

Zur Ermittlung der durchschnittlichen Nettokaltmieten wurden die Preise für typische Normalwohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage, in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln analysiert.