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Internationaler Standard: Clement will Arbeitslosenstatistik ändern

Wirtschaftsminister Clement will Arbeitslosenstatistik ändern

Hamburg - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) will die deutsche Arbeitslosenstatistik an einen internationalen Standard anpassen. Wie der stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll nach Clements Plänen das Bundeskabinett Mitte Februar eine neue, durch die EU vorgeschriebene Erfassung der Arbeitslosen- und Erwerbstätigenzahlen nach dem "international vergleichbaren Standard" der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) genehmigen. Laut stern würde die Arbeitsmarktlage sich so im wichtigen Wahljahr 2004 statistisch schlagartig verbessern: Danach hätte Deutschland bereits jetzt die von der EU für 2010 angepeilte Erwerbsquote von 70 Prozent überschritten. Nach der bisher angewandten deutschen Methode sind es nur 65,4 Prozent.

Während die Bundesanstalt für Arbeit (BA) für April bis Oktober 2003 monatlich im Schnitt 4,25 Millionen Arbeitslose meldete, wären es nach ILO nur auf 3,7 Millionen. Grund: Rund die Hälfte der Personen, die sich arbeitssuchend melden, gilt nach ILO-Standard nicht als arbeitslos. Dazu gehören Arbeitssuchende, die zum Zeitpunkt der Anfrage in einem auslaufenden Vertrag stehen. Während für die BA Erwerbslose bis zu 15 Wochenstunden arbeiten dürfen, streicht die ILO Arbeitslose schon bei einer Wochenstunde aus der Statistik.