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Neue Arbeitslosenstatistik Agentur für Arbeit ermittelt Joberfolg von Flüchtlingen

Die Agentur für Arbeit will in Zukunft den Aufenthaltsstatus erfassen
Die Agentur für Arbeit will in Zukunft den Aufenthaltsstatus erfassen
© Ulrich Perrey/DPA
Mit einer neuen Arbeitslosenstatistik wird die Agentur für Arbeit ab 2016 den Aufenthaltsstatus ihrer Kunden erfassen. So wird ersichtlich, wie erfolgreich Flüchtlinge im Arbeitsmarkt integriert werden.

Die Agentur für Arbeit wird ab 2016 in ihrer Statistik auch den Aufenthaltsstatus all ihrer Kunden erfassen. Das hat die "Bild"-Zeitung berichtet. Mit dieser neuen Grundlage für die Arbeitslosenstatistik ermöglicht die Bundesregierung, dass die Jobvermittlung von Zuwanderern erfasst werden kann. Somit muss die aktuell niedrige Arbeitslosenzahl im Endergebnis zwar eventuell nach oben korrigiert werden, gerät aber nicht ganz aus den Augen. Außerdem wird so klar ersichtlich sein, wie erfolgreich Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Zwei Statistiken ab Mitte 2016

Aktuell bereitet die Bundesagentur für Arbeit (BA) den Einsatz eines neuen Datenverarbeitungssystems vor. Ziel ist es laut "Bild", ab spätestens Mitte des Jahres die Zahl der Arbeitslosen mit und ohne Einbeziehung von Flüchtlingen vorlegen zu können. "Die BA passt derzeit ihre EDV-Systeme dahingehend an, dass ab Anfang 2016 Informationen zum Aufenthaltsstatus von Kunden eingepflegt werden können", bestätigte das Bundesarbeitsministerium der Zeitung.

Mit der Gewährung von Asyl oder der Anerkennung des Status nach der Genfer Flüchtlingskonvention haben Flüchtlinge das Recht, in Deutschland einen Beruf auszuüben - und gegebenenfalls auch auf den Bezug von Hartz-IV-Leistungen. Falls sie keinen Arbeitsplatz finden, erscheinen anerkannte Migranten auch in der Arbeitslosenstatistik.

Geringste Arbeitslosigkeit seit 24 Jahren

Im November waren in Deutschland nur rund 2,63 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren so wenige wie noch nie seit 1991. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erwartet, dass sich die Flüchtlingskrise aber ab dem zweiten Halbjahr des kommenden Jahres auswirken wird.

Die deutsche Wirtschaft rechnet im kommenden Jahr zwar mit rund 200.000 neuen Arbeitsplätzen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gab aber zu bedenken, dass der Bedarf an qualifizierten Kräften oft nicht zur Qualifikation vieler Arbeitsloser passe. Obwohl hunderttausende Flüchtlinge freilich in ihrem Heimatsland einen Beruf erlernt und auch ausgeübt haben und viele akademisch gebildet sind, rechnet der DIHK mit steigender Arbeitslosigkeit in Deutschland.

jen

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