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Zu Hause arbeiten: Unfälle im Homeoffice: Ist es ein Arbeitsunfall, wenn ich die Treppe runterfalle?

Wenn sich Arbeitnehmer während der Arbeitszeit im Büro oder auf dem Weg dorthin verletzten, ist das ein Arbeitsunfall. Aber wie sieht das im Homeoffice aus? Das Bundessozialgericht hat nun geurteilt.

Sturz auf der Treppe

Homeoffice und Unfälle - wann ist es ein Arbeitsunfall?

Arbeitnehmer sind auf dem Weg zur Arbeit und auf der Arbeitsstelle selbst vom Arbeitgeber abgesichert. Kommt es zu Unfällen, sind dies Arbeitsunfälle. Aber wie sieht das im Homeoffice aus? Das Bundessozialgericht hatte nun einen recht komplizierten Fall zu entscheiden: Ein Versicherungsmakler aus Rheinland-Pfalz war in der Nacht auf der Kellertreppe gestürzt. Die Berufsgenossenschaft hatte das Unglück nicht als Arbeitsunfall anerkannt und eine Entschädigung abgelehnt.

Das Gericht sah das anders, der Versicherungsmakler bekam Recht. Sein Fall müsse als Arbeitsunfall überprüft werden, so die Richter. Der Unfallschutz könne "nicht schon deshalb verneint werden, weil die Treppe nicht überwiegend dienstlichen Zwecken dient", heißt es in dem Urteil. Dass der Mann mitten in der Nacht gestürzt sei, sei demnach nicht wichtig.

Der Unfall hat sich 2012 ereignet, als der Mann nach seinen Schilderungen nachts ein Softwareupdate installiert habe. Sein Server stand dabei im Keller, sein Büro hingegen im ersten Stock des Hauses. Die Richter des Bundessozialgerichts verweisen den Fall nun wieder zurück ans Landessozialgericht in Mainz, um zu prüfen, ob es wirklich ein Update gegeben habe. Wurde nachts neue Software aufgespielt, dann könne man auch von einem Arbeitsunfall ausgehen, so die Richter. (Aktenzeichen: B 2 U 8/17 R)

Arbeitsunfall im Homeoffice?

Ein zweites Urteil der Richter stärkt ebenfalls die Rechte der Arbeitnehmer im Homeoffice. in Diesem Fall wollte eine Mitarbeiterin eines Münchener Unternehmens nach einem Tag auf einer Messe nach Hause fahren, um mit dem Geschäftsführer in den USA von ihrem Arbeitszimmer aus zu telefonieren. Doch sie fiel die Treppe in den Keller herab, wo sich das Arbeitszimmer befand. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Übernahme der Behandlungskosten ab, es sei kein Arbeitsunfall. Die Frau hatte sich bei dem schweren Sturz einen Wirbel im Lendenbereich dauerhaft beschädigt.

Auch hier kassierten die Richter die Auffassung der Berufsgenossenschaft. Wenn Mitarbeiter im Homeoffice einen Unfall erleiden, müsse geprüft werden,  ob der Arbeitnehmer einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen sei.

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kg