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Gehalts-Check: Was verdient man eigentlich bei Amazon?

Wer bei Amazon arbeitet, kennt den seit Jahren andauernden Streit um Tariflgehälter. Das Unternehmen und die Gewerkschaft zoffen sich um faire Löhne. Doch was verdient man derzeit bei Amazon als Lagerarbeiter? 

Arbeiten bei Amazon

Arbeiten bei Amazon: Was verdient man bei dem Onlinehändler?

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Seit über fünf Jahren werden die Logistikzentren von Amazon immer wieder bestreikt. Es wütet ein Streit zwischen der Gewerkschaft Verdi und Amazon um faire Bezahlung. Während Amazon mit zusätzlichen Leistungen lockt, winken die Gewerkschafter ab - sie fordern einen Tarifvertrag. Aber was verdienen die sogenannten Picker, die durch die Lagerflure jagen und die Bestellungen zusammen suchen, eigentlich bei Amazon?

Was Amazon zahlt

Laut eigenen Angaben liegt der Lohn, den Amazon zahlt, am oberen Ende bei Logistikmitarbeitern. "Der rechnerische Bruttostundenlohn liegt bei uns zwischen 10,52 Euro und 11,39 Euro", heißt es dazu von Amazon. Zusätzlich gebe es Bonuszahlungen, 28 Tage bezahlten Urlaub und eine Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung sowie eine betriebliche Altersvorsorge. Darüber hinaus bekommen Mitarbeiter zehn Prozent Rabatt auf ihre eigenen Einkäufe bis zu einem Bestellwert von 1000 Euro pro Jahr. Weiterbildungskosten werden zu einem Großteil vom Unternehmen übernommen. "Unseren Erfolg verdanken wir unseren Mitarbeitern, die täglich ihr Bestes geben, um die Kundenversprechen zu erfüllen. Ohne ein positives Arbeitsumfeld und das gemeinsame Miteinander wäre dieser Erfolg nicht möglich", lässt das Unternehmen wissen. "Amazon ist ein bedeutender Arbeitgeber in diesen Regionen und bietet vielen Menschen berufliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten."

Amazon: Befristete Verträge sind Streitpunkt

Die Gewerkschaft verdi sieht das ganz anders. Die direkten Wettbewerber wie Otto würden Tarifgehälter zahlen. Bei Amazon würden die Mitarbeiter rund ein Drittel weniger bekommen, als der Durchschnittsdeutsche verdient. Darüber hinaus kritisieren die Gewerkschafter, dass Amazon vor allem befristet einstellen würde. Es gebe Standorte, die einen Anteil von 80 Prozent an befristet eingestellten Mitarbeitern haben. "Wir fordern deshalb klare Zusagen für die Übernahme von Mitarbeitern und Übernahme-Kriterien, die für jeden nachvollziehbar sind. Außerhalb der jahreszeitlichen Stoßzeiten müssen befristet Beschäftigte die Ausnahme sein und nicht - wie jetzt - die Regel", so verdi

Nachtrag: Ein Amazon-Sprecher erklärt, dass in allen deutschen Logistikzentren im Schnitt 70 Prozent der Mitarbeiter unbefristet beschäftigt sind.

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