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Ausbildung: Pop-Akademie öffnet ihre Pforten

In Mannheim spielt jetzt die Popmusik die erste Geige: 54 Studenten drücken für die nächsten drei Jahren an der neu gegründeten Pop-Akademie in den Fächern Popmusikdesign und Musikbusiness die Schulbank.

In Mannheim spielt jetzt die Popmusik die erste Geige: Am Montag nahmen die ersten 54 Studenten der neu gegründeten Pop-Akademie in den Fächern Popmusikdesign und Musikbusiness ihr Studium auf. Nach dreijähriger Ausbildung an der bundesweit einmaligen Bildungseinrichtung werden sie als Produzenten, Manager, Promoter und Musiker mit Hochschulabschluss ins Berufsleben entlassen. Studierende und Dozenten beschreiten bei diesem Pilotprojekt Neuland.

"Auch Fantasie und Kreativität brauchen Sinn für wirtschaftliches Denken und Handeln, um auf dem Markt bestehen zu können", sagte Baden-Württembergs Staatsminister Christoph Palmer beim Semesterstart im Mannheimer Kulturzentrum Alte Feuerwache. Mit der praxisnahen Ausbildung verbinde die Pop-Akademie eine musikalische Grundausbildung mit der Vermittlung von Fähigkeiten zur zeitgerechten Präsentation und Vermarktung eigener Talente. Man wolle keine Luftschlösser bauen, sondern ein solides Fundament für die Zukunft der Studenten und nicht zuletzt neue Arbeitsplätze schaffen, sagte Palmer, der als Motor der Pop-Akademie gilt.

Netzwerke für Rockmusiker und Jazzer

Mit dem neuen Existenzgründerzentrum "Musikpark Mannheim" in unmittelbarer Nähe zur Akademie soll ein tragfähiges Netzwerk für Rockmusiker und Jazzer entstehen, das beste Beziehungen in die deutsche Musikwirtschaft besitzt. In dem Musikpark sind Plattenfirmen, Tonstudios und Medienagenturen beheimatet.

Die Leitung der Pop-Akademie kommt vom Fach: Als Rektor fungiert der 52-jährige Schlagzeuger Udo Dahmen. Ebenfalls im Management arbeiten Dirk Metzger, der 36-jährige Geschäftsführer der Rockstiftung Baden-Württemberg, sowie der 51-jährige Musikmanager Hubert Wanjo, Geschäftsführer der Plattenfirma des Mannheimer Pop-Idols Xavier Naidoo.

Von der Pop-Akademie verspricht sich auch Mannheims Stadtparlament einen Schub für die Kultur der Rhein-Neckar-Region. Die Politiker rechnen mit einem deutlichen Zuwachs an Live-Konzerten und neuen Veranstaltungsstätten. Rektor Udo Dahmen verweist dabei auf die Erfolgsbilanz seiner Arbeit als Verantwortlicher des Studiengangs Popularmusik an der Hamburger Musikhochschule: Aus seiner Schule sind Stars wie Ute Lemper, die Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot, die Jazzkantine sowie die Senkrecht-Starter „Wir sind Helden“ hervorgegangen, die auch das musikalische Rahmenprogramm zum Semesterbeginn bestritten.