BILANZ Zwei Jahre Green Card


Seit der Einführung der Green-Card-Regelung haben insgesamt 12.500 ausländische Computer-Fachleute eine Arbeitserlaubnis in Deutschland bekommen. Das Interesse daran lässt allerdings nach.

Mit der seit zwei Jahre geltenden Green-Card-Regelung sind nach Angaben der Bundesregierung insgesamt 12.500 ausländische Computer-Spitzenkräfte nach Deutschland gekommen. Mit der Einstellung jeder Fachkraft seien zugleich zwei bis drei weitere zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Bereich entstanden, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye in Berlin.

Die Green-Card-Regelung war zum 1. August 2000 in Kraft getreten. Derzeit kämen damit monatlich 250 Fachkräfte aus Nicht-EU-Länder nach Deutschland, sagte Heye weiter. Zugleich sei aber die Ausbildung von eigenen IT-Fachkräften in Deutschland erheblich verbessert worden. So gebe es inzwischen an den Hochschulen im Fach Informatik doppelt so viele Studienanfänger wie noch vor zwei Jahren. 70.000 Jugendliche bereiteten sich derzeit in einer betrieblichen Ausbildung auf einen Beruf in der Computerbranche vor.

Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien zog eine positive Bilanz. Die Green Card sei für Deutschland »ein gelungener Testlauf für eine allgemeine Zuwanderungsregelung« gewesen. Globalisierte Branchen benötigten bei Fachkräften auch internationale Anwerbe-Optionen. Deutschland benötige weiterhin internationale Spitzenkräfte, da das deutsche Bildungssystem die hoch qualifizierten Fachkräfte in immer noch nicht ausreichendem Maße hervorbringe.

Das Interesse an der Green Card laesst allerdings nach. So wurden in Hessen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch 407 Arbeitserlaubnisse für IT-Fachkraefte erteilt. In den drei Halbjahren zuvor waren es nach Angaben des Landesarbeitsamtes in Frankfurt am Main hingegen im Schnitt noch doppelt so viele.


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