Bürokratie Wo Behörden gern Kasse machen


Vom Pkw bis zum Handy: Auf was Sie bei einem Umzug achten müssen, damit Sie nicht ausgenommen werden.

Auto:
Die Einfuhr eines Fahrzeugs in ein anderes EU-Land ist relativ problemlos: Es gibt weder einen Grenz- noch einen Zollvorgang; auch keine Mehrwertsteuerpflicht. Aber: Das Auto sollte mindestens 6000 Kilometer auf dem Tacho haben und sechs Monate in Betrieb gewesen sein. Neufahrzeuge einzuführen bedeutet einen ungleich höheren bürokratischen Aufwand. Kostspielig wird es erst bei der Zulassung im Einreiseland. Sie sollte so schnell wie möglich (zwei Monate nach Ihrer eigenen Anmeldung) geschehen, sonst kann dies als Steuervergehen gewertet werden. Happig kann es bei der einmalig zu entrichtenden Zulassungssteuer werden: je älter das Auto, desto teurer. Während es in Frankreich lediglich eine geringfügige Gemeindegebühr gibt, sind in Griechenland zwischen fünf und 346 Prozent des Zeitwerts zu zahlen. Ähnlich teuer wird es in Portugal. Für einen sechs Jahre alten Mittelklassewagen mit rund 1400 ccm werden beispielsweise knapp 1400 Euro fällig. Auf den Kanaren wird auch noch eine einmalige Inselsteuer erhoben.

Bei jeder Ummeldung ist es wichtig, sämtliche Papiere parat zu haben: die amtlichen An- und Abmeldungsbescheinigungen des Wohnsitzes und der Kfz-Versicherung, Fahrzeugschein und -brief. Ganz wichtig bei Fahrzeugen ab Baujahr 1997 und jünger: die so genannte EWG-Übereinstimmungsbescheinigung oder auch COC (Certificate of Conformity).

Die Kfz-Versicherung muss im jeweiligen Land selbst abgeschlossen werden. Bei deutschen Versicherungen, die Filialen oder Partner im Ausland haben, wird der alte Schadenfreiheitsrabatt problemlos übernommen.

Nicht-EU: In Kroatien entfällt die Zulassungssteuer, aber es darf pro Familie nur ein Fahrzeug eingeführt werden. Dieses darf nicht älter als sieben Jahre sein. Da dies als Umzugsgut deklariert ist, bleibt es frei von Einfuhrabgaben. Allerdings darf das Auto erst nach zwölf Monaten verkauft werden. Komplizierter ist es in der Türkei. Eine permanente Einfuhr ist im Grunde nur Türken gestattet. Ausländer mit Nachweis einer Immobilie oder einer Beschäftigung erhalten lediglich eine befristete Genehmigung.

Banken:


Wer einen Wohnsitz im EU-Ausland hat, kann sein deutsches Konto beibehalten und muss nicht mehr zwingend ein neues vor Ort eröffnen. Seit Juli 2003 gilt die Regelung der EU-Kommission, die Kosten einer Auslandsüberweisung denen einer Inlandsüberweisung anzugleichen, für alle Banken der Mitgliedsstaaten.

In Ländern, die nicht der EU angehören, empfiehlt es sich dringend, ein Konto vor Ort anzulegen, da bei Auslandsüberweisungen die Gebühren immens hoch sind. Nach Kroatien und in die Türkei sind mindestens zehn Euro pro Überweisung zu zahlen. Hinzu kommen die Gebühren der ausländischen Banken, so dass 20 Euro und mehr keine Seltenheit sind.

Versicherungen:


Es ist nicht sinnvoll, seine deutschen Versicherungen im Ausland zu behalten. Die deutsche private Haftpflichtversicherung gilt zwar ein Jahr lang weltweit, allerdings nur dann, wenn noch nicht absehbar ist, dass man in dem jeweiligen Land langfristig bleiben will. Ausgeschlossen ist dabei auch die Erstattung der Kosten, wenn eine Person in der neuen ausländischen Wohnung zu Schaden kommt. Noch ungünstiger ist die Lage bei der Hausratversicherung: Wer im Ausland wohnt, hat von seiner deutschen Versicherung keinen Schutz zu erwarten. Der Rechtsschutz ist zumindest innerhalb der EU bei vielen Versicherungsträgern unbeschränkt gültig.

Handy:


Wer ins Ausland übersiedelt und weiterhin telefonisch mobil sein möchte, sollte seinen deutschen Handy-Vertrag unbedingt kündigen. Die so genannten Roaming-Gebühren für Telefonate im Ausland sind immens.

Christian Parth print

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker