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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Eine sehr enge Hose für den Mann aus Teheran

Ist der Geist des Sommermärchens noch da, bei dem wir grundfröhlich mit allen feierten? Ist die Welt noch zu Gast bei Freunden? Frank Behrendt agierte in der Damenmodenabteilung eines Kaufhauses als Dolmetscher und wurde süß entlohnt.

Frank Behrendt wurde in der Jeansabteilung zum Dolmetscher

Frank Behrendt wurde in der Jeansabteilung zum Dolmetscher

Ich betrat die Galeria Kaufhof an der Düsseldorfer Königsallee an diesem Montag um Viertel nach Sechs aus einem einzigen und sehr trivialen Grund: Ich suchte die Toilette. In der ersten Etage hinter den Hosen und vor dem Friseur "Essanelle" fand ich sie. Die wärmende Fröhlichkeit der farbigen Toilettenfrau an diesem kühlen Herbsttag entlohnte ich mit meinem gesamten Silbergeld. Sie strahlte noch mehr.

Zurück zwischen den Hosen hörte ich beim Vorbeigehen die Unterhaltung der beiden Fachverkäuferinnen Gabi und Ulrike. Seit mehr als neun Jahren sind sie dort Seite an Seite im Einsatz. Es ging um den großgewachsenen Herrn aus Teheran, der suchend inmitten der Mode herumirrte. Die beiden Verkäuferinnen hatten ihre liebe Not, den Wunsch des Mannes zu ergründen und fragten weitere Kolleginnen, wer mit ergänzenden Sprachkenntnissen aufwarten konnte.

Mit vereinten Kräften

Die Schulzeit war bei den zwei sympathischen Damen schon etwas länger her und an spanischen Stränden frischt man sein verschollenes Englisch eben auch nicht auf. Ich erklärte mich spontan bereit, den Sprachvermittler zu geben. Als grundneugierige Nase fiel mir das Fragen nicht schwer. Und am Ende hatte ich Erfolg und wir wussten endlich, was er wollte: Eine verwaschene Thermo-Jeans für die sehr schlanke Tochter sollte es sein.

Er kannte ihre Konfektionsgröße nicht, aber er würde es angeblich abschätzen können, wenn man die Hose an eine Schaufensterpuppe - die seiner Tochter figürlich ähnelte - hielt. Eine echte Herausforderung. Nach sechs Versuchen wurden wir fündig. Der Mann strahlte über das ganze Gesicht und schüttelte langanhaltend meine Hand. "Friendly Germany, so nice", sagte er immer wieder. Ich wünschte seiner Tochter viel Freude mit der schicken Neuerwerbung und er ging gut gelaunt zur Kasse.

Ich drehte mich gerade zum Gehen, da kam Verkäuferin Gabi aus der Tiefe der Umkleideräume mit einem bereits geöffneten Tütchen Raffaello herangeschwebt. "Die eiserne Ration Nervennahrung für die schlimmen Tage", raunte sie mir zu. Die Damen wollten mir für meine Hilfe danken und plünderten dafür ihren Vorrat. Wir aßen schmunzelnd jeder eine weiße Kugel und es war fast ein bisschen so, als ob der Sommer nie zu Ende geht. 

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.