HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wenn das Studium zum Holzweg wird

Vor einem Jahr klagte ein Bekannter Frank Behrendt sein Leid über seinen Sohn, der zum zweiten Mal sein Studium abgebrochen hatte. Damit ist er nicht alleine. Fast ein Drittel aller Studierenden bricht ihr Studium ab. Inzwischen macht der besagte Ex-Student etwas ganz anderes und hat seine wahre Berufung gefunden.

Handwerken statt Studieren: ein Schreiner bei der Arbeit

Handwerken statt Studieren: ein Schreiner bei der Arbeit

Er sollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. So war es geplant und er hatte sich nicht gewehrt. Warum auch? Es hätte durchaus Sinn gemacht, später einmal in die Kanzlei des alten Herrn einzusteigen. Aber ein Jura-Studium ist nicht jedermanns Sache. Auch das Studieren an sich nicht. Das hat die bislang umfangreichste Erhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wirtschaftsforschung (DZHW) zum Thema Studienabbruch gerade ergeben.

Knapp die Hälfte der Abbrecher zieht schon in den ersten beiden Semestern die Reißleine, weitere 29 Prozent im dritten oder vierten Semester. Viele machen stattdessen lieber eine Ausbildung. "Der frühe Zeitpunkt eines Studienabbruchs und der schnelle Wechsel in eine Ausbildung weisen darauf hin, dass viele junge Menschen noch nicht genau wissen, welchen Berufsweg sie einschlagen möchten", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Präsentation der Studie.

Ich bin ehrlich: Ich wusste nach dem Abi auch nicht, was ich wirklich werden wollte. Außer "Winnetou" ist von mir kein klarer Berufswunsch überliefert. Der Sohn meines Bekannten hatte früher immer gerne in der Werkstatt des Opas gewerkelt. Und so hat er nach den beiden Abbrüchen – nach dem Jura-Studium sagte er auch seinem Betriebswirtschaftslehre-Studium schnell Adieu – eine Lehre als Tischler begonnen. Der Betrieb hat sich auf das Anfertigen von individuellen Design-Objekten aus Holz spezialisiert und ist damit sehr erfolgreich. Gerade baut der ambitionierte Lehrling mit seinem Meister ein spektakuläres Multimedia-Möbel für das Wohnzimmer eines Fußballspielers. Studieren könne er später immer noch - berufsbegleitend - hatte er seinem Dad fröhlich erklärt. "Der Junge ist jetzt total glücklich", berichtet mir der Vater und ich freue mich mit ihm.

Als ich mit meinen Kindern kürzlich im Kino den Pferdefilm "Ostwind 3" ansah, lief im Werbeblock vorher ein Spot der Hochschule Fresenius. "Wir glauben, dass Ausbildung etwas mit Herausbilden zu tun hat. Mit Fähigkeiten, die wir in uns spüren und die sichtbar gemacht werden können durch Menschen, denen wir etwas bedeuten", heißt es darin. Schön gesagt und es stimmt. Talente zeigen sich oft früh in der Kindheit und bilden sich später weiter heraus. Aber dazu muss man seinem Nachwuchs auch die Chance geben, einen eigenen Weg zu gehen und nicht den, den man als Eltern gerne für sie sehen würde.

Jan Böhmermann im Interview: "Für meinen Job ist ein Studium ein Hindernis"


Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.