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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie Holly dem Weihnachtsmann an der Wedau hilft

Alle Kinder haben Wünsche. Besonders zu Weihnachten. Ausgerechnet in einem Fußballstadion lernte die kleine Tochter von Frank Behrendt, dass es auch Kinder gibt, die vergeblich auf Erfüllung hoffen. Sie beschloss spontan, dem weiß-blauen Weihnachtsmann zu helfen.

Als der Heimsieg unter Dach und Fach war, feierten die Kicker des MSV Duisburg ausgelassen mit ihren Fans im Stadion. Meine kleine Tochter Holly trug das Trikot des Lieblingsspielers ihres Bruders, das er ihr ausnahmsweise geliehen hatte. Sie selbst schwärmt für das Zebra mit der Nummer 12: "Ennatz", das niedliche Maskottchen des traditionsreichen Clubs im Revier.

Während ich die Pressekonferenz verfolgte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie meine Jüngste zum festlich geschmückten Tannenbaum im Foyer der Arena spazierte. Kurze Zeit später sah ich sie intensiv mit einer Security-Frau sprechen, dann griff sie in den Baum. Als ich dazukam, hatte Holly Fakten geschaffen: Drei kleine Papierröllchen, mit goldener Schnur zusammengebunden, hielt sie in den Händen und berichtete, was es damit auf sich hatte.

Geschenke für Kinder ohne Eltern

Der MSV stellt jedes Jahr einen Wunsch-Weihnachtsbaum auf. Daran hängen kleine Wünsche, die Kinder aus Heimen in der Region aufgeschrieben haben. Diese werden von Fans, Mitarbeitern und Spielern erfüllt. Holly erklärte mir, dass nicht alle Kinder Eltern haben, die dem Weihnachtsmann deren Wünsche weitergeben können.

Deshalb gibt es diesen Baum und der Weihnachtsmann holt dann die Geschenke für die Kinder im Stadion ab. Der kleine Aaron wünscht sich ein Bilderbuch, Delia einen Playmobil-Kinderspielplatz, Laura eine LED-Taschenlampe. Holly wollte dem Weihnachtsmann helfen und so haben wir die Geschenke für die Kinder gemeinsam besorgt. Am heiligen Abend bringt sie ein Vereinsvertreter ins Heim. Holly war zufrieden, als wir unser Päckchen bei der Post abgaben und sagte strahlend: "Wenn alle, die mehr haben, den anderen, die nichts haben, etwas abgeben, haben doch alle was." Ich nahm meine Kleine in den Arm. Manchmal kann die Welt so einfach sein.