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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie zwei Menschen mit einem alten Basketballkorb glücklich wurden

Wer durch die Straßen geht, sieht sie vor so mancher Garageneinfahrt stehen - die Basketballkörbe auf einem Standfuß. Frank Behrendt verhinderte die Verschrottung eines alten Korbes, erfuhr die Geschichte dazu und machte am Ende zwei Menschen in der Nachbarschaft happy.

Wie ein alter Basketballkorb zwei Menschen glücklich machte, hat Frank Behrendt mit eigenen Augen beobachtet

Wie ein alter Basketballkorb zwei Menschen glücklich machte, hat Frank Behrendt mit eigenen Augen beobachtet

Die Frau in der dicken Kapuzenjacke hantierte auf einer Trittleiter stehend mit einem zu großen Schraubenschlüssel an der komplett verrosteten Mutter herum. Die Leiter wackelte bedenklich, am alten Basketballkorb tat sich dagegen nichts. Ich schritt ein. Schnell war klar, hier musste man mit Schwarzenegger-Kraft oder einem Rost lösenden Spray ran. Beides war auf die Schnelle nicht aufzutreiben. Also fragte ich, wieso der Korb weg musste. Zugegeben, er war komplett verwittert, nur mit Mühe konnte man den Aufdruck "Sure Shot" erkennen.

Johanna erzählte.

Von ihrem Jungen, der in den 80ern Michael "Air" Jordan angehimmelt hatte. Er wollte Profi werden, wie sein Idol. Ein Unfall mit dem Mofa machte den Traum zunichte, der Unterschenkel musste amputiert werden. Der Sohn hat trotzdem seinen Weg gemacht. Der Korb blieb vor der Einfahrt. Ihr Mann, der vor zwei Jahren verstorben war, hatte ihn immer als liebevolle Erinnerung an eine schöne Zeit stehen lassen. Nun sollte er weg, der Bürgersteig musste komplett freigeräumt werden, weil eine Sanierung nahte.

Comeback eines Basketballkorbs

Plötzlich stand ein Kniprs neben uns, mit seiner Oma und einem Plastikfußball. Tim wollte mal werfen. Wir machten Platz. Er warf und traf. Ich klatschte und als er hörte, dass wir den Korb entsorgen wollten fragte er, was Kinder immer fragen: Warum?

Zu alt, steht im Weg – wir sagten was Erwachsene so sagen. Er stemmte die Arme in die Seiten und meinte, dass der Korb doch klasse wäre, und ob er den haben könnte. Seine Oma lachte und zuckte mit den Schultern. Ich holte mein Auto und fuhr das sperrige Ding um die Ecke, vor die Einfahrt des Jungen.

Er strahlte.

Für Johanna habe ich noch ein Foto mit dem Handy von "ihrem" Korb samt dem glücklichen neuen Besitzer gemacht und es ihr schnell im Drogeriemarkt ausgedruckt. Sie hat sich riesig gefreut. Ihr Junge kommt bald nach Hause, dann wird sie ihm vom Comeback seines alten Basketballkorbs erzählen.

Basketballer Tom Conners