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Tochter starb beim Absturz: Gianna "Gigi" Bryant wollte in die großen Fußstapfen ihres Vaters treten

Gianna "Gigi" Bryant galt als Nachwuchshoffnung in der Welt des Basketballs. Auch für ihren Vater, Lakers-Legende Kobe Bryant. Über die ersten Kapitel einer Erfolgsgeschichte, die viel zu früh endete.

Gianna Bryant: Sie war ein Ausnahmetalent

Da steht Gianna in High Heels unter einem Basketballkorb und schaut hoch zum Netz. Und da dribbelt Gianna in einem blauen Trikot, tänzelt ihre Gegnerinnen aus und legt den Basketball nach einer Drehung um die eigene Achse unaufgeregt in den Korb. Aber da ist auch Gigi in ihrem Halloween-Kostüm zu sehen, verkleidet als Blechmann aus "Der Zauberer von Oz", oder breit grinsend an ihrem 13. Geburtstag. 

Wer durch die Instagram-Bilder von Kobe Bryant scrollt, scrollt auch über zahlreiche Augenblicke aus dem Leben von Gianna Maria-Onore Bryant. Gianna, "Gigi" genannt, wurde am 1. Mai 2006 geboren. Sie kommt als das zweite von vier Kindern der Basketball-Legende und seiner Ehefrau Vanessa Laine Bryant zur Welt. Bei einem tödlichen Hubschrauberunfall am 26. Januar 2020 kommen die 13-Jährige und ihr Vater mit sieben weiteren Insassen ums Leben.

Für viele stirbt sie auf dem Weg zu einer Erfolgsgeschichte, die am Sonntag ein viel zu frühes Ende genommen hat.

Kobe Bryant über Tochter "Gigi": "Dieses Kind, man"

Gigi galt als große Nachwuchshoffnung in der Welt des Basketballs. Sie träumte davon, eines Tages für die Universität von Connecticut zu spielen. Ihr Vater sah sie sogar irgendwann in der WNBA dribbeln, der US-Profiliga der Frauen. Und Gigi ließ offenbar keinen Zweifel daran, dass sie sich eine Weltkarriere zutraut – und in die Fußstapfen ihres Vaters (Schuhgröße: 47,5) treten könne.

"Dieses Kind, Mann", bleiben Lakers-Legende in einem Talkshow-Interview von 2018 einmal die Worte weg. "Es ist das Beste, wenn wir rausgehen und Fans auf mich zukommen, während Gigi neben mir steht, und sie Sachen sagen wie: 'Du musst einen Jungen kriegen. Du und Deine Frau müssen einen Jungen bekommen, jemanden, der die Tradition fortführt, das Vermächtnis. Und sie (Gigi) dann: 'Oh, I got this.'" Ich schaffe das.

Das Ende einer Erfolgsgeschichte

Sie schafft es, die Leidenschaft ihres Vaters für den Sport neu zu entfachen. Kobe Bryant kehrte dem Basketball im Jahr 2016 den Rücken, sie holte ihn wieder zurück. Nicht den Superstar Kobe Bryant, aber den Baskettball-Begeisterten Kobe Bryant. "Bevor Gigi zum Basketball kam, habe ich mir selten Spiele angesehen", sagte er im Podcast "All the Smoke", "aber nun, wo es ihr gefällt, schauen wir jede Nacht." Er habe dabei großen Spaß gehabt, so Bryant weiter, weil er das Spiel das erste Mal durch die Augen seiner Tochter gesehen habe. "Ich saß da nicht als Athlet oder Spieler oder so. Es war sie – sie hatte so eine gute Zeit."

Sie schafft es, ihren Vater wieder aufs Spielfeld zu bringen – nicht als Spieler sondern als Trainer. Sieht Gigi als Kind noch von der Seitenlinie zu, wie sich ihr Vater bei den Los Angeles Lakers Korb um Korb in die Geschichtsbücher wirft, steht sie als heranwachsende Jugendliche selbst auf dem Court, während ihr Vater zuschaut. Die vergangen zwei Jahre hat Kobe Bryant ihr AAU-Team trainiert (Amateur Athletic Union, eine Organisation für Amateur-Sport).

Am Sonntag sollen Gigi, ihr Vater und die anderen tödlich verunglückten Insassen auf dem Weg vom John Wayne International Airport zu einem Basketball-Turnier in der Mamba Sport-Akademie gewesen sein. 

Gigi hat es zu dem Turnier nicht mehr geschafft. Alle Partien wurden abgesagt.

Quellen: "The Washington Post", "The Athletic", Instagram (@kobebryant)


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fs

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