HOME

Führungsqualität: Wer ist der bessere Boss?

Frauen sind heute besser ausgebildet als je zuvor. Doch auf der Chefetage tummeln sich nach wie vor ihre männlichen Kollegen. Obwohl viele Mitarbeiter meinen, Führungsqualität ist unabhängig vom Geschlecht.

Führungsqualität ist unabhängig vom Geschlecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Karriereportals Jobware. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei Frauen und Männern gleichermaßen Potenzial für den Chefsessel sehen. Die Realität sieht allerdings nach wie vor anders aus: Über 82 Prozent der Teilnehmer haben momentan einen Mann als Boss.

Frauen sind heute besser ausgebildet als je zuvor. Doch auf der Chefetage tummeln sich nach wie vor ihre männlichen Kollegen. Aussichtsreichere Karriereperspektiven bietet Frauen offensichtlich das Berufsfeld Medizin und Pharma: Hier konnten immerhin über 42 Prozent der Befragten angeben, dass bei ihnen zurzeit eine Frau das Sagen hat. Der Bereich Öffentlicher und Sozialer Dienst liegt auf dem zweiten Platz (39 Prozent), gefolgt vom Handel, wo 32 Prozent der Befragten eine Chefin haben.

Werber und "Öffentlichkeitsarbeiter" folgen der evise "Frauen an die Macht"

Im Gegensatz zum Berufsfeld Medizin, müssen Frauen in der Industrie und in der IT- und Telekommunikationsbranche nach wie vor bittere Pillen schlucken. Zwar traut man ihnen theoretisch Führungsqualitäten zu. In der Praxis ist davon jedoch nicht viel zu sehen. 82 Prozent der Befragten aus der Industrie und 79 Prozent aus dem Bereich Telekommunikation und IT haben einen männlichen Vorgesetzten.

Arbeitnehmer aus dem Finanz- und Versicherungswesen zeigen sich in der Umfrage weiblichen Vorgesetzen gegenüber am misstrauischsten. Knapp 20 Prozent finden, dass Männer eindeutig die besseren Chefs sind. In der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit hingegen werden die Führungsqualitäten der Frauen geschätzt: Gut 17 Prozent der Werber und "Öffentlichkeitsarbeiter" folgen der Devise "Frauen an die Macht".

Immer mehr Frauen sind berufstätig

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen im vierten Quartal 2003 rund 18,1 Millionen Frauen einem Beruf nach. Ihr Anteil an den Erwerbstätigen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 46,9 Prozent. Im Fünfjahresvergleich ergibt sich ein Plus von 1,9 Prozentpunkten. Von den Müttern sind 63 Prozent erwerbstätig.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Frauenanteil an den Erwerbstätigen ganz vorn. Nur in Schweden (48 Prozent) und den USA (46,6 Prozent) sind mehr Frauen in einem Beruf aktiv.

Nach wie vor arbeiten die meisten Frauen vor allem in Dienstleistungsbereichen wie Handel, Gastgewerbe und Verkehr. Dort sind inzwischen 83,4 Prozent der Beschäftigten weiblichen Geschlechts. Im produzierenden Gewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft sind Frauen dagegen unterdurchschnittlich vertreten (14,8 Prozent und 1,8 Prozent). Jede fünfte weibliche Auszubildende wählt einen der drei Berufe Bürokauffrau, Arzthelferin und Kauffrau im Einzelhandel.

Themen in diesem Artikel