Gewerkschaft Ausbeutung von Praktikanten stoppen


Die Gewerkschaften wollen sich für rechtliche Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Praktikanten stark machen. Denn "ein Praktikum ist kein unbezahlter Ersatzarbeitsplatz", so DGB-Chef Sommer.

DGB-Chef Sommer wirft "Unternehmen bestimmter Branchen vor allem im Dienstleistungsbereich" vor, Praktikanten systematisch auszubeuten. Denn viele Praktikanten würden von vornherein mit Tätigkeiten betraut, für die das Unternehmen normalerweise Arbeitnehmer einstellen würde. "Auch Jobeinsteiger haben ein Recht auf anständige, würdevolle Arbeitsbedingungen", so der DGB-Vorsitzende weiter. "Wir werden die vielfache Ungerechtigkeit skandalisieren", kündigte Sommer an. Die Gewerkschaften stünden Praktikanten mit Beratungen über ihre Rechte zur Seite.

Junge Leute mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium würden in einigen Unternehmen bis zu einem Jahr als Praktikanten beschäftigt. "Ihnen wird das Recht auf Lohn, auf Arbeitszeitregelung, auf Sicherheit genommen", so Sommer. Als Rahmenbedingungen wollen die Gewerkschaften eine Praktikumsdauer von drei Monaten und eine Bezahlung von 300 Euro monatlich für Studierende und von 600 Euro für Hochschulabsolventen durchsetzen. Außerdem hätten die Praktikanten ein Recht auf Betreuung und auf ein Zeugnis, in dem genau die berufspraktischen Erfahrungen aufgelistet seien, sagte Sommer. "Ganz wichtig ist, dass das zum Thema gemacht wird." Der DGB-Vorsitzende verwies auf das von den Gewerkschaften initiierte Programm "students at work", das an fast allen Hochschulen und Universitäten in Deutschland angeboten werde. Dort bekämen Studierende eine kostenlose arbeitsrechtliche Erstberatung und ihnen werde geholfen, wenn sie im Zweifelsfall ihre Rechte einklagen wollten.

AP AP

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