HOME

Hans-Böckler-Stiftung: Ost-Löhne 21 Prozent niedriger

Einer Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge liegen die Löhne in Ostdeutschland weit unter dem westdeutschen Niveau - die Differenz betrage im Schnitt 21 Prozent, in der Spitze bis zu 41 Prozent.

Auch 17 Jahre nach der Wiedervereinigung wird im Osten deutlich weniger verdient als im Westen. Die Löhne im Osten sind nach einem "Bild"-Bericht bis zu 41 Prozent niedriger als im Westen. Im Durchschnitt liegen die Einkommensunterschiede bei 21 Prozent. Die Daten beruhen auf einer Online-Gehaltsumfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, an der sich schon rund 70 000 Beschäftige aus ganz Deutschland beteiligt hätten. "Die Auswertung zeigt, dass die Schere bei den tatsächlichen gezahlten Einkommen zwischen Ost und West nach wie vor sehr weit offen ist", sagte Reinhard Bispinck von der Stiftung.

Die Gewerkschaften kritisierten die Lohn-Unterschiede in Deutschland scharf. "Dass die durchschnittlichen Arbeitseinkommen im Osten immer noch deutlich unter denen im Westen liegen, ist nicht zu rechtfertigen", sagte DGB-Vize-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Die Gewerkschaften seien seit der Einheit der treibende Motor für eine Angleichung - und blieben es auch. "Die Gründe der unbefriedigenden Bilanz sind: höhere Arbeitslosigkeit, geringere Tarifbindung der Unternehmen, weniger überbetriebliche Bezahlung und manchmal leider auch die Eingruppierung in zu niedrige Lohngruppen", betonte Sehrbrock.

DDP/AP / AP