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Algorithmen: Dieser Fehler könnte Sie bei der Online-Bewerbung den Job kosten

Längst setzen größere Firmen auf Algorithmen bei der Job-Vergabe. Die Roboter scannen die Schreiben, um vielversprechende Kandidaten herauszufiltern. Doch fehlen in den Schreiben die richtigen Argumente, werden auch geeignete Bewerber ausgesiebt.

Bewerbung bei einem Arbeitgeber

Bewerbung bei einem Arbeitgeber

Getty Images

Das Bewerben im Netz hat die klassische Bewerbung auf Papier längst abgelöst. Neben Lebenslauf und Anschreiben können dort direkt Arbeitsproben, Zeugnisse oder Empfehlungen hinterlegt werden. Das ist praktisch - für Bewerber und Personalabteilungen. Doch die Technik macht an dieser Stelle nicht halt. Längst gibt es , die die Flut an Daten sichtet - und Bewerber für die Personaler vorsortiert. Die müssen sich dann nur noch die wenigen Unterlagen der vorgefilterten Kandidaten ansehen und Gespräche führen. 

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Doch nicht nur ungeeignete Bewerber fallen aus dem System. Mitunter kann es auch passende Kandidaten treffen, die allerdings eine eher umständliche eingereicht haben. Denn die künstliche Intelligenz ist bislang kaum in der Lage, zwischen den Zeilen zu lesen. 

Online-Bewerbung: Soft Skills vs. harte Fakten

Das Problem: In den Anschreiben werden oft weiche Faktoren wie Motivation oder Teamfähigkeit ausgeschmückt - doch für den Algorithmus spielen Fremdsprachenkenntnisse oder frühere Arbeitgeber vielleicht eine viel wichtigere Rolle. "Es ist oft so, dass Leute sehr viele Dinge schreiben wie: 'Ich bin motiviert'. Da denkt der Algorithmus sich: Was soll ich mit der Angabe? Ein Algorithmus sucht aktiv und bewusst nach Hardskills", sagt Bilal Zafar, Gründer von "richtiggutbewerben.de" zum "Deutschlandfunk". Er rät Bewerbern, sich die Ausschreibung genau durchzulesen und herauszufinden, was gefordert wird. Genau diese Fähigkeiten sollten dann auch in die Bewerbung eingebaut werden.

Algorithmen haben keine Vorurteile

Auf der anderen Seite: Das Auswahlverfahren durch den Computer hat auch seine Vorteile. Denn durchforstet ein Personaler die Bewerbungen, können menschliche Schwächen zum Aussortieren führen. "Der Algorithmus diskriminiert nicht. Er ist objektiv. Einem Recruiter gefällt vielleicht meine Haarfarbe nicht oder mein Geschlecht. Wir wissen aus unzähligen Studien, dass Personalverantwortliche oft nach Stereotypen entscheiden, auch wenn ihnen das in vielen Fällen selbst nicht einmal bewusst ist", sagte Tim Weitzel, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Bamberg, der "Zeit". "Der Computer hat keine Vorurteile, er achtet allein auf meine Eignung und Fähigkeiten." Allerdings können die Firmen über die Faktoren, auf die die Maschine anspringt, Einfluss nehmen. Hat der Bewerber sehr oft die Arbeitsstelle gewechselt? Dann ist das ein Zeichen für Unzuverlässigkeit - hier kann der Computer aussortieren.

Noch fehlen Daten

Noch ist das Algorithmus-Recruiting unzuverlässig. Das liegt auch daran, dass Firmen wichtige Daten bisher gar nicht erheben - doch die wären wichtig, um geeignete Bewerber zu finden. "Die Firmen müssten viel detaillierter als bislang untersuchen, welche Mitarbeiter im Betrieb wie erfolgreich sind, was die besonders guten Leute auszeichnet, wie sich die Karrieren entwickeln, wer gut ins Team passt und wer nicht. Solche Informationen werden heute kaum systematisch erhoben, wären aber enorm wichtig, damit eine künstliche Intelligenz daraus in einigen Jahren vielleicht einmal gute Einstellungsvorschläge machen kann", sagte Weitzel der "Zeit". "Was ist die Idealbesetzung für eine Stelle? Das wissen wir bislang nicht. Die Hoffnung ist, dass wir es durch Daten herausfinden können."

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