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Arbeitsmarkt: Diese Berufe haben 2017 die besten Jobaussichten

Die Chancen, einen Job zu finden sind so gut wie seit Jahren nicht. Auch 2017 werden viele neue Arbeitsplätze entstehen. Der stern nennt die Branchen, in denen die Aussichten besonders gut sind.

Unter anderem technische Berufe sind gefragt

Unter anderem technische Berufe sind gefragt

Terror, Flüchtlinge, Rechtspopulismus - es gibt viele Themen, die die Deutschen derzeit verunsichern. Sicherheit sollte dagegen die eigene Wirtschaftslage geben. Während viele europäische Nachbarn nach wie vor im Krisenmodus stecken, läuft der deutsche Arbeitsmarkt bemerkenswert gut. Laut der Bundesagentur für Arbeit waren 2016 so wenige Menschen arbeitslos wie seit 25 Jahren nicht. Die Arbeitslosenquote liegt bei unter sechs Prozent. Und auch die Job-Aussichten für 2017 sind gut.

Ökonomen erwarten zwar, dass die Zahl der Jobsuchenden in diesem Jahr leicht steigen wird. Doch dafür entstehen auch viele neue Jobs. Das Beratungsunternehmen EY rechnet damit, dass rund 215.000 neue Jobs entstehen und die Zahl der Beschäftigten mit 43,7 Millionen einen neuen Rekord erreicht.

Die Volkswirte großer deutsche Banken erwarten laut einer DPA-Umfrage sogar, dass die Zahl der Erwerbstätigen um 300.000 bis 400.000 Menschen steigt. "Insgesamt passiert viel Positives am deutschen Arbeitsmarkt, auch wenn es für den Einzelnen natürlich anders aussehen kann", sagt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ob 2017 für einen persönlich ein gutes Jobjahr wird, hängt maßgeblich davon ab, in welcher Branche man unterwegs ist.

Auch die Flüchtlinge schaffen Jobs

Grundsätzlich gilt: "Der Dienstleistungsbereich wächst stärker als die Industrie", sagt Weber, der am IAB als Forschungsbereichsleiter "Prognosen und Strukturanalysen" arbeitet im Gespräch mit dem stern. Als wachsende Branchen sieht er vor allem das Gesundheitswesen und die Pflege - in einer alternden Gesellschaft logisch. Besonders viele Stellen entstehen zudem überall da, wo durch die große Zahl an Flüchtlingen Bedarf entsteht. So werden mehr Kita-Erzieher benötigt, mehr Lehrer (nicht nur Sprachlehrer) und auch mehr Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und ähnliche Berufe.

Auch im Baugewerbe haben Arbeitskräfte den IAB-Prognosen zufolge gute Chancen, denn der Immobilienmarkt boomt und das nicht erst seit der Flüchtlingswelle. Der Trend zur Digitalisierung spielt zudem IT-Experten in die Karten. Nicht so gut läuft es dagegen im Bank- und Versicherungswesen, hier werden laut Ökonomieprofessor Weber weiter Stellen abgebaut.

Berufliche Qualifikationen: Diese Kenntnisse sind 2017 im Job gefragt

Die meistgesuchten Fachkräfte, Spezialisten und Akademiker

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat ebenfalls ermittelt, welche Berufe derzeit besonders händeringend gesucht werden. Dafür schauten sich die Experten an, in welchen Berufen es besonders wenige Arbeitslose und besonders viele offene Stellen gibt. Das Ranking, das das IW dem stern schon vor Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat, gibt Aufschluss darüber, welche Berufe aktuell einer Jobgarantie am nächsten kommen.

Top 10 gesuchte Fachkräfte (Berufsausbildung)

  1. Kältetechnik
  2. Hörgeräteakustik
  3. Altenpflege
  4. Mechatronik
  5. Bauelektrik
  6. Sanitär, Heizung, Klimatechnik
  7. Elektrische Betriebstechnik
  8. Automatisierungstechnik
  9. Land-, Baumaschinentechnik
  10. Gesundheits-, Krankenpflege


Top 10 gesuchte Spezialisten (Meister, Techniker oder Bachelor)

  1. Öffentliche Verwaltung
  2. Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe (Aufsicht)
  3. Fachkrankenpflege
  4. Medizin-, Orthopädie-, Rehatechnik (Aufsicht)
  5. Altenpflege
  6. Physiotherapie
  7. Ver- und Entsorgung
  8. Fachkinderkrankenpflege
  9. Orthopädie-, Rehatechnik
  10. Öffentliche Verwaltung (ohne Spezialisierung)


Top 10 gesuchte Experten (Diplom, Master)

  1. Öffentliche Verwaltung
  2. Bauplanung Verkehrswege, -anlagen
  3. Informatik
  4. Ver- und Entsorgung
  5. Ärzte
  6. Luftverkehrs-, Schiffs- und Fahrzeugelektronik
  7. Straßen- und Asphaltbau
  8. Sanitär, Heizung, Klimatechnik
  9. Fachärzte Psychiatrie, Psychotherapie
  10. Tiefbau

(Quelle für die Tabellen: Berechnungen des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (www.kofa.de) im Institut der deutschen Wirtschaft auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum 01.10.2015 bis 30.09.2016)