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Judith Mair: »Uniform finden wir gut«

Sie ist gerade 30 - und gilt als »die härteste Chefin Deutschlands«. Ihre Firma führt Judith Mair ganz nach ihrem Buch »Schluss mit lustig«. Alle tragen Uniform, Privatgespräche sind verboten.

Sie ist gerade 30 - und gilt als »die härteste Chefin Deutschlands«. Ihre Kölner Kommunikationsagentur führt Judith Mair ganz nach ihrem Buch »Schluss mit lustig - Warum Leistung und Disziplin mehr bringen als emotionale Intelligenz, Teamgeist und Soft Skills« (Eichborn, 16,90 Euro). Alle tragen Uniform, Privatgespräche und Duzen sind verboten.

Stern: Darf Arbeit keinen Spaß mehr machen?

Judith Mair: Schon, aber auch Arbeit, die keinen Spaß macht, ist gute Arbeit.

Und dabei müssen alle Uniform tragen?

Das ist kein Zwang. Wir finden es gut.

Freundschaften im Büro finden Sie dagegen schlecht.

Sicher. Das kennt doch jeder, dass er gern arbeiten will, aber dann kommt ein Kollege nach dem anderen zum Plauschen.

So was kann aber gut fürs Team-Gefühl sein.

Team ist doch nur eine Abkürzung für »Toll, ein anderer macht's«.

Nach Ihrem Buch kann man meinen, dass deutsche Betriebe Quasselbuden sind.

In der New Economy war das wohl auch so. Nachts noch Bier trinkend am Rechner zu sitzen galt als schick. Ich halte es für sinnvoller, dass man sich beim Job konzentriert und abends Freizeit hat.

Feste Arbeitszeiten verbessern den Erfolg?

Es kann doch nicht sein, dass ein Teil der Gesellschaft nonstop arbeitet und der andere keine Arbeit hat. In letzter Zeit galt: Wer viel arbeitet, macht gute Arbeit, und wer pünktlich Feierabend hat, kann gar keinen interessanten Job haben. Es ist keine Schande, um 18 Uhr nach Hause zu gehen.

Interview: Matthias Weber

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