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Umstrittener Spieleentwickler: Goodgame schockt mit Massenentlassung - sagt aber nicht, wer gehen muss

Krasse Entlassungswelle bei Goodgame: Die Spieleschmiede will Hunderte Mitarbeiter vor die Tür setzen - und schreibt nur denjenigen, die unbedingt bleiben sollen.

Die Goodgame-Chefs Kai (l.) und Christian Wawrzinek

Die Goodgame-Chefs Kai (l.) und Christian Wawrzinek

Massenentlassungen gehören zum traurigen Wirtschaftsalltag. Wenn die finanzielle Lage es nötig macht, viele Mitarbeiter im Regen stehen zu lassen, ist eigentlich jede Menge Fingerspitzengefühl gefragt. Oder man macht es so wie Goodgame. Die Hamburger Spieleentwickler setzen massenhaft Mitarbeiter vor die Tür - und informieren per Mail, wenn man bleiben darf.

Dass es Entlassungen geben wird, erfuhren zunächst einmal alle, berichtet die "Hamburger Morgenpost". In einem für die Mitarbeiter völlig überraschenden "Company-Meeting" schockierte das Unternehmen am Donnerstag mit der Hiobsbotschaft: Mehrere hundert Angestellte sollen ihren Job verlieren - schon im September. Da wird der Schreck tief gesessen haben.

Wer muss gehen?

Eine extrem ungewöhnliche Entscheidung der Geschäftsführung dürfte die Situation aber noch einmal drastisch verschärft haben. Nach Angaben mehrerer Mitarbeiter gegenüber der "Hamburger Morgenpost" informierte Goodgame nämlich nicht die Angestellten, die ihren Job verlieren werden. Stattdessen ging eine Mail an diejenigen, die bleiben dürfen. Man sei wertvoll für das Unternehmen, hieß es dort.

Und wer die Mail nicht bekommt? Bleibt zunächst einmal im Dunkeln. Goodgame hofft, genügend Angestellten mit einem Abfindungs-Angebot zur Vertragsauflösung motivieren zu können. Unternehmens-Sprecher Dirk Hensen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, das Unternehmen könne noch nichts zur genauen Zahl der Entlassungen sagen. Dies könne erst "nach Beendigung des vorgeschalteten höher dotierten freiwilligen Abfindungsprogramms" erfolgen.

"Erst danach ist ersichtlich, wie viele Mitarbeiter entlassen werden." Er betonte, der Stellenabbau sehe neben einem freiwilligen Abfindungsprogramm auch Nichtverlängerung auslaufender Verträge vor. Bis dahin hängen alle, die keine Mail bekommen haben, in einer Blase der Unwissenheit. Für die Stimmung dürfte das fast schlimmer sein, als die Nachricht der Kündigungen an sich.

Goodgame will kleiner werden

Das Unternehmen spricht in einer Pressemitteilung von Kündigungen im unteren dreistelligen Bereich und macht Umstrukturierungen verantwortlich. Man werde die Gekündigten mit Abfindungen über dem marktüblichen Niveau versorgen, versprach Goodgames Mitteilung, auch der Wechsel in eine Transfergesellschaft soll möglich sein.

Nach einer großen Expansion in den letzten Jahren will das Unternehmen sich nun wieder von verschiedenen Sparten trennen und sich auf den Kernbereich konzentrieren. Den größten Erfolg hatte der Spieleentwickler mit Strategiespielen für Smartphones, Tablets und im Browser. Vor allem das Spiel "Empire" war ein großer Erfolg. Andere Spiele blieben dagegen Flops.

Der Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Hansjörg Schmidt äußerte sich über Twitter empört zu den Entlassungen. Er bezeichnete den Umgang bei Goodgame mit den Mitarbeitern als "einfach unwürdig". Goodgame würde "Mitarbeiter durch die kalte Küche abservieren". Auch die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Entlassungen. Das sei "ganz übel", was das passiere, sagte Pressesprecher Björn Krings. Das erkläre vielleicht auch, warum das Unternehmen in der Vergangenheit so allergisch auf die angestrebte Gründung eines Betriebsrates reagiert habe. Damals verhinderte man die Gründung eines Betriebsrates, indem man alle beteiligten Personen kündigte.

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Mit Material der dpa