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L. Karasek: Tippt die noch ganz richtig?: Liebeserklärung bei Whatsapp? Klar - da kann man sie wenigstens wieder zurücknehmen!

Bei Whatsapp kann man fluchen, lieben und lästern - und alles jederzeit wieder zurücknehmen. Deshalb sollte man sich all die Dinge, die man irgendwann bereuen könnte, lieber für den Chat aufbewahren, findet Laura Karasek.

Whatsapp für Liebesgeständnisse

Wer hat sich noch nicht bei Whatsapp verplappert? Wenigstens kann man es da wieder zurücknehmen

Getty Images

Bei Whatsapp gibt es seit ein paar Wochen eine neue Funktion: Man kann gesendete Nachrichten wieder zurückrufen, das Gesagte ausradieren. Im wahren Leben gibt es das leider nicht - aber man schickt ja im Chat auch ganz rasch eine Liebeserklärung, die man niemals tatsächlich aussprechen würde, wenn das Gegenüber vor einem säße. Die Sprache entgleitet aber im Chat auch viel schneller in den Fluch-Modus (nicht FLUG-Modus) als im echten Gespräch. Da traut sich dann keiner mehr, die per Handy so leichtfertig versendeten heavy Beschimpfungen und Boshaftigkeiten jemandem auch ins Gesicht zu pfeffern (siehe Facebook).

Der Chat ist impulsiv. Und das wahre Leben hält nicht, was das Internet verspricht. Auch im Chat müsste man also mal #nofilter anwenden. Leider gibt es diese tolle Rückruf-Funktion bei E-Mails noch nicht. Dort ist das Gesendete - wie das Gesagte - nicht mehr aus der Welt zu nehmen, nicht aufzuheben wie ein fallengelassener Stift, es bleibt liegen wie Abfall und man muss einen großen Bogen um den ganzen Müll machen. Für Dummheiten gibt es kein Umtauschrecht, reduzierte Billigware wie unüberlegte, schäbige Worte nimmt keiner entgegen.

Dummheiten lieber bei Whatsapp

Gern drückt man dort versehentlich mal auf den "ALLEN ANTWORTEN/reply all" Knopf, wenn man eigentlich eine private Nachricht verschicken will. Neulich haben wir das Geburtstagsgeschenk einer Freundin diskutiert, während sie mit auf dem Verteiler war. Irgendwann äußerte sie sich, dass sie doch lieber "die Handtasche" hätte anstatt der Jacke - bei der wir länglich überlegt hatten, ob ihr Größe M oder L besser passe (es ging vielleicht sogar kurz um ihre Oberweite...).

Letztens wollte ich meinem Hautarzt ein Foto von einem Ausschlag schicken, um eine Ferndiagnose zu bekommen. Faulheit wird bestraft! Machen Sie lieber den Umweg in die Arztpraxis, bevor sie aus Bequemlichkeit ein Rezept direkt an die Apotheke gefaxt haben wollen. Denn das Foto von meinem doch recht geröteten, ja man möchte fast sagen aufgequollenen, Körperteil landete versehentlich in einem Gruppenchat, der eine berufliche Veranstaltung betraf und aus zwanzig Teilnehmern bestand. Der Hashtag #nofilter war hier tatsächlich nicht mehr nötig...

Telefonsexkonferenz

Aber auch Sprachnachrichten haben es in sich! Obacht: Neulich nahm eine Freundin an einer Telefonkonferenz teil, befand sich aber parallel in einem sehr heißen Chat mit ihrem neuen Verehrer. Dem sendete sie Sprachnachrichten (auch eine relativ neue Funktion) während der Telefonkonferenz, da diese sich sehr in die Länge zog. Nicht nur hörte er also das englische Diskussion im Hintergrund ihrer sexy Nachrichten, es geschah leider auch, dass sie mittendrin ihren Namen hörte und nicht wusste, ob man ihr nun eine Aufgabe verpasst oder eine Frage gestellt hätte.

Schlecht, dachte sie. Hab ich jetzt was zu tun oder zu sagen? Sie murmelte etwas wie "Ich melde mich dazu noch mal" und die anderen zwölf Konferenzteilnehmer debattierten weiter über das Vorgehen. Dummerweise vergaß sie, den Stumm-Knopf ihres Telefons wieder anzuschalten und diktierte gerade eine laszive Nachricht an den Angebeteten per Whatsapp. Die Konferenzteilnehmer verstummten.
Wenn ich (oder sogar Sie selbst) also wieder mal daneben liege(n), merken Sie sich: Das sind keine Makel - das sind special effects!

Was lernen wir daraus? Multitasking ist nicht für jedermann, löschen Sie mich bitte präventiv aus all Ihren Gruppenmails oder Chats mit großem Verteiler - und sagen Sie das, was Sie wieder zurücknehmen möchten, ausschließlich per Whatsapp. Der Rest unseres Unfugs bleibt in der Welt!

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.