Nach Tarifstreit Die Bahn rollt wieder


Der Bahnverkehr hat sich normalisiert. Es kam zwar zu Ausfällen, nachdem der Lokführerstreik kurzfristig abgesagt wurde und von den Notfall-Fahrplänen auf die normalen umgestiegen werden musste. Bis zum Mittag war die Umstellung aber weitgehend vollzogen.

Entspannung bei der Bahn: Einen Tag nach der kurzfristigen Einigung im Bahn-Tarifkonflikt und der Absage des Streiks durch die Lokführergewerkschaft GDL hat sich der Zugverkehr bis zum Mittag nahezu normalisiert. Lediglich im Fernverkehr kam es nach Angaben der Bahn aufgrund des vorsorglich erstellten Notfahrplans noch zu Ausfällen und Verspätungen.

In den Großstädten Berlin, Hamburg, München und Frankfurt fuhren die S- Bahnen dagegen im gewohnten Takt. Das befürchtete Chaos in morgendlichen Berufsverkehr blieb aus.

Umstellung "nicht per Mausclick" möglich

Sowohl Bahn als auch GDL zeigten sich überzeugt, dass es nach der Einigung auf längere Sicht keine Auseinandersetzungen mehr geben werde. Im kommenden Jahr stehe eine ganz normale Tarifrunde an, in der es nichts zu befürchten gebe, sagte GDL-Chef Manfred Schell. "Wir haben kein Interesse, mit einem großen Tohuwabohu in die nächste Runde zu gehen." Auch Bahn-Personalvorstand Margret Suckale erwartet keine weiteren Reibereien. "Ich gehe davon aus, dass ein langfristiger Friede zwischen den Gewerkschaften begründet werden konnte."

Die GDL hatte den angekündigten unbefristeten Arbeitskampf am Sonntagnachmittag nach der Einigung abgesagt. Trotzdem trat der von der Bahn vorsorglich erarbeitete Ersatzfahrplan in Kraft. Dieser löste aber nur wenige Ausfälle und Verspätungen aus. "Die Umstellung von Notfahrplan auf Regelfahrplan funktioniert halt nicht per Mausklick", entschuldigte sich ein Bahnsprecher. Im Laufe des Tages solle wieder nach dem normalen Plan gefahren werden.

Vor allem Nordrhein-Westfalen betroffen

Die größten Einschränkungen gab es in Nordrhein-Westfalen, wo zahlreiche Berufspendler vergeblich auf ihre Bahn warteten. Etwa jeder zweite Zug fiel aus. Auch in Baden-Württemberg und Schleswig- Holstein gab es vor allem auf den Regionalbahnlinien noch einige Streichungen. Im übrigen Land rollte der Bahnverkehr dagegen bis zum Mittag wieder fast nach Plan.

Nach der gefundenen Einigung verpflichten sich die GDL einerseits sowie die beiden größeren Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA andererseits, Tarifverträge der jeweils anderen Seite anzuerkennen. Dafür schlossen GDL sowie Transnet/GDBA entsprechende Verträge mit der Bahn.

DPA/AP/Reuters/sh AP DPA Reuters

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