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Personalvermittlung: IG Metall versus DaimlerChrysler

Die IG Metall übt scharfe Kritik an der bei DaimlerChrysler geplanten Personalvermittlungsagentur "Job-Start". Neueinstellungen und Auszubildende sollen in Zukunft von der Agentur beschäftigt werden.

Die IG Metall hat scharfe Kritik an der bei DaimlerChrysler geplanten Personalvermittlungsagentur Job-Start geübt. Vorstandsmitglied Helmut Lense sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir lehnen das ab, weil wir es nicht brauchen." Schon bisher gebe es Regelungen, wie Personalengpässe innerhalb der einzelnen Werke und im Konzern ausgeglichen werden könnten.

Als Beispiel nannte Lense Abordnungen von einer Produktionsstätte in eine andere: "Bisher gab es keine Situation, wo der notwendige Ausgleich nicht zu Stande gekommen ist." Lense, der auch Betriebsrat im Werk Untertürkheim ist, sagte, DaimlerChrysler wolle den bisher mit dem örtlichen Betriebsrat ausgehandelten Interessenausgleich bei Abordnungen nicht mehr mitmachen. Bislang werde beispielsweise bei einer längeren Anfahrt dem Mitarbeiter die Zeit auf die Arbeitszeit angerechnet. "Man muss nicht nur mit Menschen flexibel sein, sondern auch am Standort gestalten", sagte der Arbeitnehmervertreter im DaimlerChrysler-Aufsichtsrat.

Belegschaft arbeitet dort, wo gerade Personalbedarf besteht

Die neue Gesellschaft Job-Start soll nach Unternehmensangaben spätestens 2005 an den Start gehen. Die Belegschaft soll keinem Standort fest zugeordnet werden, sondern arbeite jeweils dort, wo gerade Personalbedarf bestehe. Vor allem junge Leute nach Abschluss der Lehre sollten von der Agentur übernommen werden. Auch Neueinstellungen könnten künftig verstärkt über Job-Start abgewickelt werden.

Lense erklärte: "Wir haben keine Anzeichen dafür, dass die Triebfeder der Idee die Senkung der Lohnkosten ist." Die Auszubildenden seien von dem Vorhaben wenig begeistert. Der Betriebsrat des Werks Untertürkheim betonte aber, über die Mechanismen der Flexibilisierung müsse geredet werden.

Die Personalentwicklung in den deutschen Pkw-Werken schätzte der Betriebsrat für das Jahr 2004 verhalten ein: "Ich rechne nicht mit einem deutlichen Zuwachs an Mitarbeitern in Deutschland." Jedes neue Fahrzeug bringe zwar einen deutlichen Produktivitätsfortschritt. Bei Mercedes-Benz gebe es aber nicht mehr so deutliche Zuwächse wie früher, dass gleich neue Mitarbeiter eingestellt werden müssten. Nur in den Werken Stuttgart-Untertürkheim und im badischen Rastatt erwartet Lense eine Personalaufstockung. Im Stuttgarter Stammwerk des deutsch-amerikanischen Autobauers werden neben den Aggregaten für Mercedes-Benz auch Teile für Smart- und Chrysler-Motoren gefertigt. Und in Rastatt gingen die neuen Varianten der A-Klasse an den Start.

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