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RECHT: Kein Attest rechtfertigt Kündigung

Wer im Krankheitsfall seinem Arbeitgeber wiederholt kein ärztliches Attest abgibt, riskiert eine fristlose Kündigung. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden.

Die Richter wiesen damit die Klage eines Niederlassungsleiters gegen einen Reiseveranstalter zurück und bestätigten damit dessen fristlose Entlassung (AZ: 9 Ca 3425/01).

Nach Beginn seiner Krankheit reichte der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zunächst nur nach jeweils mehrmaliger Erinnerung seiner Vorgesetzten ein. Schließlich verzichtete er ganz darauf. Nach rund sieben Wochen wurde ihm fristlos gekündigt. Vor Gericht stützte sich der Arbeitnehmer darauf, dem Unternehmen seit fast 20 Jahren anzugehören.

Die Richter sahen die fristlose Kündigung als angemessen an. Zwar sei das Fehlverhalten nur eine »Verletzung einer arbeitsvertraglichen Nebenpflicht« gewesen. Doch habe er dies mit solch großer Beharrlichkeit getan, dass eine derart harte Maßnahme gerechtfertigt sei. Das Interesse der Firma an einer Vermeidung dauerhafter Unsicherheiten bei der Personalplanung müsse in diesem Fall über dem Interesse des Arbeitnehmers stehen.

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