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Ein Attest zu gut, um wahr zu sein: Gesund, gesünder, Donald: Trump soll sein Gesundheitszeugnis selbst geschrieben haben

Donald Trump erfreue sich bester Gesundheit, der besten, die je ein Mensch besessen habe. So ähnlich las sich der Brief, den Arzt Harold Bornstein für Trump im Winter 2015 aufsetzte. Klingt so, als habe ihn Trump selbst verfasst, witzelte damals die "New York Times". Nun ja: Jackpot.

Donald Trump

Als Harold Bornstein im Winter vor zwei Jahren über Donald Trump schrieb, kam er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Was für ein Kerl, bescheinigte der Arzt, der Trump seit 1980 betreute. "Exzellente Gesundheit", schrieb er, "außergewöhnliche Stärke und Ausdauer" und keinerlei "signifikante Gesundheitsprobleme" in den vergangenen 39 Jahren. Kürzlich habe er sogar ein paar Kilos abgenommen. Ganz klar: Sollte Donald Trump gewählt werden, "wird er eindeutig der gesündeste Mensch sein, der je zum Präsidenten gewählt wurde". 

Der schwärmerisch formulierte Brief lese sich ganz so, als habe ihn Trump höchstpersönlich verfasst, meinte damals die "New York Times". Und nun, rund eineinhalb Jahre nachdem Trump tatsächlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, kommt heraus: Er hat es allem Anschein nach tatsächlich getan.

Trumps Gesundheitszeugnis: Zu gut, um wahr zu sein

Das Trump-Attest, es war zu gut, um wahr zu sein. Vor allem soll den Lobhudeleien, abgesehen von ein paar Blutdruck-Werten, offenbar beinahe jede medizinisch untermauerte Grundlage gefehlt haben. Trump habe "den gesamten Brief diktiert. Ich habe den Brief nicht geschrieben", wird Bornstein vom CNN zitiert. "Ich habe alles erfunden."

Bereits im September 2016 hatte Arzt Bornstein zugegeben, den Brief hastig runtergeschrieben zu haben. "Ich hatte es eilig", sagte er laut CNN damals. "Ich hatte Visiten", soll er angegeben haben, damals allerdings noch bekräftigt haben: Natürlich habe er den Brief selbst geschrieben!

Donald Trump: Arzt erhebt schwere Vorwürfe

Der langjährige Arzt von Donald Trump wirft Mitarbeitern des US-Präsidenten zudem vor, dessen Patientenakte unrechtmäßig aus seiner Praxis mitgenommen zu haben. Die "Durchsuchung" seiner Praxis habe am 3. Februar 2017 stattgefunden, sagt Bornstein dem Sender NBC. Zwei Tage zuvor hatte die "New York Times" den Arzt damit zitiert, er habe Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben. 

"Sie müssen 25 oder 30 Minuten hier gewesen sein, es hat großes Chaos angerichtet", sagt der Arzt. Die "Durchsuchung" sei von Trumps langjährigem Bodyguard Keith Schiller, einem Anwalt der Trump-Familie und einem weiteren Mann vorgenommen worden. Er selbst habe Angst gehabt, sagt der 70-jährige Mediziner. Er habe die Herausgabe der Akte nicht genehmigt, der Vorgang habe deshalb gegen das Patientenschutzgesetz verstoßen. Er selbst habe überdies mit der Information über das Haarwuchsmittel nicht gegen die ärztliche Schweigepflicht verstoßen.

Das Weiße Haus bezeichnet den Vorgang indes als "Standard". Es sei ein übliches Verfahren, dass die Patientenakte des Präsidenten in den Besitz der medizinischen Abteilung des Weißen Hauses übergehe, sagt Regierungssprecherin Sarah Sanders vor Journalisten. Sie weist den Vorwurf einer "Durchsuchung" zurück.

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pg mit Agentur-Material