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Fernsehbericht "Report Mainz": Zahlreiche Ärzte hebeln Maskenpflicht mit Attesten aus

Mann mit Maske beim Einkaufen
Im Supermarkt gilt Maskenpflicht – außer bei einem ärztlichen Attest
© Christoph Söder / DPA
Eine Initiative von Medizinern stellt Atteste aus, mit denen sich die Mundschutzpflicht umgehen lässt – ohne vorherige Untersuchung. Das haben Recherchen des ARD-Magazins "Report Mainz" ergeben.

Bundesweit stellen zahlreiche Ärzte nach einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" Atteste gegen die Maskenpflicht aus, ohne Patienten vorher medizinisch zu untersuchen. Nach einem Bericht des Magazins unterstützen sie eine Initiative, die Corona verharmlost und Maßnahmen gegen die Pandemie als überzogen kritisiert.

Die Initiative "Ärzte für Aufklärung" wirbt demnach im Internet dafür, "großzügig" Atteste gegen die Maskenpflicht auszustellen. Etwa 2000 Unterstützer habe die Initiative nach eigenen Angaben, darunter hunderte Mediziner. Das belegen demnach auch Recherchen von "Report Mainz".

Ärzte stellen Attest ohne Untersuchung aus

Das Magazin hat nach eigenen Angaben mehr als 40 dieser Ärztinnen und Ärzte stichprobenartig angeschrieben und nach einem Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht gefragt und zwar nicht aus medizinischen Gründen, sondern wegen persönlicher Abneigung. Etwa die Hälfte der angeschriebenen Ärzte antwortete demnach auf die verdeckte Anfrage, keiner von ihnen habe das Ausstellen eines solchen Attests aus ethischen Gründen zurückgewiesen. Andere hätten bestätigt, dass man bei ihnen solch ein Attest bekommen könne. Bei Ärzten aus vier verschiedenen Bundesländern machten die Journalisten demnach den Test vor Ort und erhielten allein aufgrund einer vermeintlichen Ablehnung der Maskenpflicht ein Attest.

Aus Sicht des SPD-Politikers Karl Lauterbach wird damit die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht durch lapidare Atteste unterlaufen. "Das ist nichts anderes, als dass man die medizinische, die ärztliche Autorität missbraucht, um ein Gesetz auszuhebeln", sagte er "Report Mainz". Laut Bundesgesundheitsministerium ist demnach zudem das Ausstellen von Attesten ohne vorherige Untersuchung grundsätzlich unzulässig.

epp AFP

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