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Statistik: Fast 7.800 Insolvenzen im November 2002

Drastischer Anstieg der Pleiten bei Kapital- und Personengesellschaften: Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl zum Vorjahresmonat um fast 18 Prozent.

Die Insolvenzen von Kapital- und Personengesellschaften in Deutschland haben im November 2002 im Jahresvergleich drastisch zugenommen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Freitag stieg die Zahl um rund 18 Prozent gegenüber November 2001 auf 2.064 Fälle. Insgesamt meldeten fast 7.800 Unternehmen und andere Schuldner in Deutschland im November 2002 Insolvenz an.

Unternehmenspleiten in der Mehrzahl

Nach Mitteilung des Bundesamtes entfielen von den 7.723 Fällen 3.266 auf Unternehmen und 4.457 auf andere Schuldner. Zu letzteren zählen insbesondere Verbraucher (2.159 Fälle), natürliche Personen, die beispielsweise als Gesellschafter beteiligt waren (355 Fälle), ehemals selbstständig Tätige (1.728 Fälle) sowie 215 Nachlassinsolvenzen.

Mehr Verfahren nach neuem Recht

Ein sinnvoller Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist den Statistikern zufolge nach wie vor nur bei Kapital- und Personengesellschaften möglich, weil in Folge der jüngsten Reform des Insolvenzrechts ab 1. Dezember 2001 insgesamt erheblich mehr Insolvenzverfahren eröffnet wurden. Jetzt könnten natürliche Personen auch dann ein Insolvenzverfahren beantragen, wenn sie mittellos sind, da ihnen die Verfahrenskosten gestundet werden können.

Sechsjähriges Wohlverhalten

Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist Voraussetzung, um - nach einer sechsjährigen "Wohlverhaltensphase" - die Befreiung von den restlichen Schulden zu erlangen. Diese Erleichterung gilt nicht nur für Verbraucher, sondern auch für ehemals selbstständig Tätige und für Kleinunternehmer. Daher sind die Insolvenzverfahren für Unternehmen insgesamt nicht mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, wie das Bundesamt mitteilte.

Knapp 60 Mrd. Euro offene Forderungen

Von Januar bis November 2002 wurden laut den Statistikern 77.652 Insolvenzen gemeldet, darunter 34.645 von Unternehmen und 19.553 von Verbrauchern. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften stieg um 12,9 Prozent auf 22.144. Die Gerichte bezifferten die offenen Forderungen der Gläubiger in den ersten elf Monaten des Jahres 2002 auf 58,5 Milliarden Euro.

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