Tarifstreit im öffentlichen Dienst Unterschiedliche Arbeitszeit als Kompromiss-Modell


Jüngere sollen länger arbeiten als ältere Arbeitnehmer - das ist die Grundidee des Kompromiss-Vorschlages, den die Tarifpartner im öffentlichen Dienst kommende Woche diskutieren könnten. Beispiele für diese Regelung gibt es bereits.

Nach drei Wochen Streik im öffentlichen Dienst haben die Tarifparteien einen Kompromiss-Vorschlag zur Arbeitszeit ins Spiel gebracht. Sie könnte demnach je nach Alter der Beschäftigten variieren - Jüngere arbeiten länger als Ältere. Das deuteten der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, und der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), in der "Bild am Sonntag" an.

Beispiele gibt es bereits

Die Arbeitgeber fordern bisher eine Arbeitszeit-Verlängerung von 38,5 auf 40 Stunden. Bsirske sagte der Zeitung: "Wir wollen zu einem Kompromiss beitragen. An den Uni-Kliniken in Baden-Württemberg hängt die Arbeitszeit schon jetzt vom Alter der Beschäftigten ab. Jüngere Angestellte arbeiten länger als Ältere. Die Arbeitgeber sollten über einen solchen Kompromiss sorgfältig nachdenken." Möllring sagte: "Am Verhandlungstisch können wir zum Beispiel über unterschiedliche Arbeitszeiten nach Alter der Beschäftigten reden."

Die Tarifparteien schoben sich weiterhin gegenseitig die Verantwortung für die Arbeitsniederlegungen zu. Bsirske: "Wir halten den Streik bis zu einer Einigung durch. Darum sollten die Arbeitgeber aufhören, auf Zeit zu spielen." Möllring sagte: "Wie lange gestreikt wird, entscheiden die Gewerkschaften. Die Kassen der Länder sind zu leer, um Angebote zu machen."

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker