Verdi-Chef Bsirske "Können ein Jahr lang streiken"


Auch nach fünf Wochen Streik ist in der Tarifauseinandersetzung zwischen dem Öffentlichen Dienst und den Landesregierungen keine Einigung in Sicht. Ein Treffen der Spitzenvertreter in Berlin blieb bislang ohne Ergebnis.

Die Vertreter der Länder und der Gewerkschaften haben ihre Verhandlungen über den Öffentlichen Dienst mit einem Spitzentreffen in Berlin fortgesetzt - allerdings ohne erkennbare Annäherung. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, er sei bereit zu konstruktiven Verhandlungen. "Wenn der Wille da ist, aufeinader zu zu gehen, kann man sich auch einigen." Es seien aber viele Punkte strittig. Den Arbeitgebern drohte Bsirske: "Wir können noch ein Jahr lang streiken - oder auch eineinhalb."

Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Hartmut Möllring, machte deutlich, die Arbeitgeber ließen sich durch den Ausstand nicht unter Druck setzen. Er bekräftigte die Haltung der Länder, aus finanziellen Gründen die 40-Stunden-Woche einführen zu wollen. Jeder zusätzliche Streiktag führe jedoch zu weiteren Privatisierungen und gefährde Arbeitsplätze, warnte der Möllring, der in Niedersachsen Finanzminister ist.

Zustimmung sinkt

In der Bevölkerung wächst dem jüngsten Politbarometer zufolge die Ablehnung der Arbeitskampfs. Nur noch 36 Prozent hielten den Streik für richtig, teilte das ZDF am Freitag mit. Vor drei Wochen seien es noch 42 Prozent gewesen. Selbst unter den Gewerkschaftsmitgliedern habe sich die Zustimmung um zehn Punkte auf 56 Prozent verringert.

DPA DPA

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