Verdi-Streik Karnevalspause für Streikende


Nach mehr als zwei Wochen Streik im öffentlichen Dienst ist Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen gekommen. Während sich einige Verhandlungs-partner zusammensetzten, verabschiedeten sich andere in die Karnevalspause.

In Baden-Württemberg und Hamburg kamen Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber zusammen, um über die umstrittene Arbeitszeitverlängerung zu beraten. In Hamburg vereinbarten die Tarifparteien Stillschweigen über die Verhandlungen, sie sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. In Stuttgart wurden Ergebnisse der Verhandlungen zunächst nicht bekannt. Unterdessen legten nach Gewerkschaftsangaben rund 25.000 Beschäftigte in acht Bundesländern erneut ihre Arbeit nieder. Bestreikt wurden Krankenhäuser, Kindergärten, Verwaltungsbüros und die Müllabfuhr. Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg waren den Angaben zufolge Schwerpunkte des Arbeitskampfes.

Verdi mauert

Die Arbeitgeber der Kommunen mehrerer Bundesländer sowie die Mitglieder der Tarifgemeinschaft der Länder wollen die unentgeltliche Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden sowie Einschnitte bei Weihnachts- und Urlaubsgeld durchsetzen. Dies lehnt Verdi ab. Auf Länderebene wollen sich die Tarifparteien erst kommenden Monat wieder zusammensetzen, um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu sondieren.

Im Öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg legten 10.000 der rund 280.000 Beschäftigten die Arbeit nieder. "Wir haben die Zahl etwas zurückgefahren wegen Fasching und wegen der Verhandlungen", sagte ein Verdi-Sprecher in Stuttgart. Auch in Nordrhein-Westfalen wurden die Streiks in einigen Bereichen wegen des Karnevals unterbrochen. Wie ein ver.di-Sprecher mitteilte, wird an den Universitäts-Klinken in Bonn, Düsseldorf und Köln von Weiberfastnacht bis Rosenmontag nicht gestreikt. An den übrigen Universitäts-Kliniken in Aachen, Essen und Münster setzten Beschäftigte die Arbeitsniederlegungen noch bis Freitag fort, würden jedoch am Wochenende sowie am Rosenmontag den Streik aussetzen.

CeBit vom Streik ausnehmen

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff appelliert an ver.di, die Computermesse CeBIT Mitte März in Hannover von jeglichen Streikaktionen auszunehmen. "Man kann den Streik verstehen, aber es darf nicht dem Land und den Arbeitsplätzen hier geschadet werden", sagte Wulff der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag.

mit DDP, Reuters Reuters

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