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Wochenarbeitszeit: Hundt fordert flexiblere statt längere Arbeitszeit

Statt eine generelle Verlängerung der Wochenarbeitszeit fordert Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt flexiblere Arbeitszeiten, die jede Abteilung eines Betriebes selbst bestimmen könne.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnt eine generelle Verlängerung der Wochenarbeitszeit ab und fordert stattdessen flexiblere Arbeitszeiten. Deutschland brauche keine Rückkehr zur starren 40- oder 42-Stunden-Woche, sagte Hundt der „Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Ähnlich äußerte er sich am Freitag im Deutschlandradio Berlin. Zwar müsse das gesamte Arbeitsvolumen wieder wachsen, stärker als längere Arbeitszeiten benötige man aber flexiblere Tarifbedingungen.

Je nach Bedarf sollten die Betriebe laut Hundt kürzere und längere Arbeitszeitvolumina mit und ohne Lohnausgleich ermöglichen können. Der Tarifvertrag solle künftig nur eine Rahmenvereinbarung sein, die jeder Betrieb unterschiedlich umsetzen könne. Die Arbeitszeiten sollten in jeder Abteilung eines Betriebes flexibel ausgelegt werden können. Als Volumen schlug er eine Bandbreite von 35 bis 45 Stunden vor.

Kritik an Kommunen

Im Streit um Arbeitszeitverlängerungen im öffentlichen Dienst kritisierte der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring die Entscheidung der Kommunen, die entsprechenden Tarifverträge vorerst nicht zu kündigen. Der CDU-Politiker sagte dem „Handelsblatt" (Freitagausgabe), die Kommunen hätten die Länder in dieser Frage allein gelassen. Einerseits demonstrierten Bürgermeister in Berlin für eine Entlastung ihrer Haushalte, andererseits seien sie aber nicht zu Einsparungen beim großen Block der Personalkosten bereit, kritisierte Möllring.

Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte am Donnerstag entschieden, die laufenden Gespräche mit der Gewerkschaft ver.di über eine umfassende Tarifstrukturreform fortzusetzen und erst im Spätsommer über eine Vertragskündigung zu entscheiden. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), deren Vorsitzender Möllring ist, hatte die Tarifregelungen über die 38,5-Stunden-Woche bereits im März gekündigt, um die Arbeitszeiten für Landesbeschäftigte verlängern zu können.

AP / AP