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Wirte verbieten JGA: Junggesellenabschiede? Nein, danke!

Sich in Tütüs betrinken und von Kneipe zu Kneipe ziehen: Bei Junggesellenabschieden wird noch einmal richtig Gas gegeben. Spaßig für die Beteiligten, für alle anderen extrem nervig. Deshalb sagen die Wirte in Regensburg jetzt: hier kein JGA mehr! 

Frau bemalt leicht bekleideten Mann beim Junggesellenabschied

Kein Junggesellenabschied ohne nackte Haut und Alkohol: Den Wirten in Regensburg wurde das jetzt zu viel (Symbolbild)

Ob Hamburg, Berlin oder Regensburg – jedes Wochenende ziehen sie durch die Städte: Junggesellenabschiede. Immer ziemlich einen sitzen und einen peinlich Verkleideten in ihrer Mitte, der die restliche Bevölkerung mit nervigen Spielchen belästigen muss. Unterschiede, ob es sich dabei um den Abschied von einem Junggesellen oder einer künftigen Braut handelt, gibt es nicht – abgesehen von den Geschlechtern der Teilnehmer natürlich. Hauptsache, Verkleidung, Gegröle und Alkoholkonsum stimmen. Und so zieht es die Gruppen und ihre Bauchläden in fremde Städte. Je später der Tag, desto mehr Kneipen werden aufgesucht. Immer auf der Suche nach dem nächsten Kurzen. Und den nächsten Opfern, die ihnen Kondome und Co. abkaufen.

"Olympiade der Peinlichkeiten"

Doch in einigen Städten sind die Wirte alles andere als begeistert von den feierwütigen Junggesellen. In Regensburg hat sich deshalb jetzt Widerstand formiert. 15 Wirte haben sich zusammengeschlossen und gehen gegen die Gruppen vor, die in der Innenstand ein Ballermann-Feeling aufkommen lassen. In einem Manifest, das der "Mittelbayrischen" vorliegt, heißt es: "Über die Jahre hinweg ist aus dem letzten Aufbäumen vor der Ehe eine Olympiade der Peinlichkeiten, der Aggression und der Zerstörungswut geworden."

Um dem entgegenzuwirken, werden ab sofort sämtliche Junggesellenabschiede von den beteiligten Kneipen abgewiesen. Kein "Saufen im Laufen" mehr. Martin Stein, Wirt der Regensburger Wunderbar, schreibt in dem Manifest: "Wir wollen keine Junggesellenabschiede mehr bei uns haben, weder in männlicher noch in weiblicher Form – wobei natürlich die Männer in der Regel für die übleren Auswüchse verantwortlich zeichnen."

Finanziell erwarten die Wirte keine großen Einbußen. Zum einen würden die lauten und oft auch pöbelnden JGAler andere Gäste durch ihr Verhalten vertreiben, zum anderen sei auch die Zerstörungswut, vor allem bei männlichen Gruppen, sehr hoch. "Jeder Euro Umsatz scheint drei Euro zerstörtem Mobiliar zu entsprechen," erklärt der Wunderbar-Besitzer in der "Mittelbayrischen". 

Damit die feiernden Gruppen sofort wissen, in welchen Kneipen und Bars sie unerwünscht sind, haben die Wirte sich jetzt alle einen JGA-Verbots-Aufkleber an die Türen geklebt. Ob der von den betrunkenen Tütü-Trägern überhaupt wahrgenommen wird, bleibt abzuwarten. 

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