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Selfmade-Milliardärin Kim Kardashian West – so wurde sie durch die Coronakrise zur Milliardärin

Kim Kardashian West in eigener Wäsche.
Kim Kardashian West in eigener Wäsche.
© Skims
Kim Kardashian West ist vermutlich weit reicher, als das Forbes-Magazin geschätzt hat. Grund ist der Erfolg ihrer Wäschemarke. Eigentlich ein Wunder, denn der Absatz von figurformender Shapewear ist in der Pandemie zusammengebrochen.

Vom Magazin "Forbes" wurde Kim Kardashian West unlängst den illustren Kreis der Milliardäre aufgenommen, die ihr Vermögen selbst verdient haben und denen es nicht durch Familie oder Ehe zugefallen ist. Vermutlich ist sie aber weit reicher, als Forbes kalkuliert hat. Denn ihr Anteil an der Shapewear-Marke Skims ist wertvoller als von Forbes angegeben. Nach einer neuen Finanzierungsrunde wird die nur zwei Jahre alte Marke inzwischen mit 1,6 Milliarden Dollar bewertet. Tendenz: schnell steigend. Und Skims ist ein echtes Kind von Kardashian West, bei früheren Ausflügen in die Textilbranche war sie kaum mehr als der Lizenzgeber für den Namen und die prominente Werbefigur, hatte aber kaum Einfluss auf das Produkt selbst.

Eigene Entwicklung

Anders bei der Shapewear-Kollektion. Bei deren Entwicklung hat sie ihre Fans unter anderem an der komplizierten Frage teilhaben lassen, wieso frau bei einem Shapewear-Leotard unbedingt die Möglichkeit haben müsse zu pinkeln, ohne sich komplett auszuziehen. Schon beim Start von Skims machte Kim Kardashian West – damals noch mit starkem Engagement ihres inzwischen entfremdeten Mannes Kayne West – alles anders und vieles besser. Andere Newcomer, die sich neben dem Giganten und Dinosaurier Spanx im Shapewear-Geschäft etablieren wollten, nahmen meist Nischenmärkte aufs Korn. Es wurden Modelle für Tänzerinnen und Performer entwickelt, die den Anforderungen von Bühnenauftritten optimal entsprachen.

Kluge Positionierung

Kim Kardashian West widmete sich dagegen ganz normalen Frauen. Und sie, die den gigantischen Po mit der Wespentaille in die Modewelt brachte, bot ihre Modelle für alle Größen und nicht nur für Model-Maße an: Neun Größen gibt es, bis hin zu 5X. Mit den Dessous Fantasien voller Spitze und Bänder von Victoria Secret haben die Skims-Entwürfe nichts gemeint. Fast industriell reduziert, erkennt man den Einfluss der Mode des Noch-Ehemannes. Skims gibt es außerdem in Hautfarbe – genauer gesagt in neun Hautfarben für jede Ethnizität. Damit machte Skims Eindruck in der heutigen Diskussion um Inklusivität und setze sich stark von erotisch aufgeladener Unterwäsche ab.

Das eigentliche Kunststück von Kim Kardashian West und ihrem Partner Jens Grede war aber, trotz der Pandemie gute Geschäfte zu machen. Denn wenn alle zu Hause auf dem Sofa sitzen, ist der Wunsch nach Unterwäsche, die die Figur für den großen Auftritt in Form bringt, gering. "Shapewear, die wirklich für einen bestimmten Anlass gekauft wird, hat während der Pandemie einen Abwärtstrend erlebt, und zwar einen sehr starken Abwärtstrend", sagte Grede zur "New York Times". Er nimmt aber an, dass die Nachfrage zurückkehrt, sobald die Pandemie beendet ist. Schon jetzt gibt es im US-Bekleidungsmarkt Zeichen, dass Frauen sich für das Ende der Pandemie mit Kleiderkäufen rüsten und die Rückkehr der Ball- und Partysaison kaum erwarten können.

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Rettung durch Cozy

Doch während der Coronakrise profitierte Skims von einer gut abgestimmten Einführung von Pyjamas und Loungewear. Produktlinien wie die "Cozy Collection" machten es möglich, dass Frauen der Marke und ihrem speziellen Look treu bleiben konnten, auch wenn sie sich nicht mehr in figurbetonte Kleider zwängten, sondern in

In Jogginghosen vor dem TV lungerten. "Wir haben die Basics für alle", sagte Kardashian West zur "NYT" auch wenn "wir immer noch in der Lage sind, den Shapewear-Markenkern zu behalten." 2020 erzielte Skims einen Umsatz von 145 Millionen Dollar. Kim Kardashian West erwartet für dieses Jahr eine Verdopplung auf 300 Millionen Dollar.

Quelle: NYT


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