HOME

Luftverkehr: Israel droht Lufthansa mit Flugstopp

Der Machtkampf zwischen Israel und Deutschland um Flugkapazitäten wird immer härter ausgetragen: Israel droht jetzt sogar mit einem kompletten Stopp von Lufthansa-Flügen.

Wie weit darf eine Regierung gehen, um die Interessen nationaler Firmen durchzusetzen? Derzeit lässt sich diese Frage vortrefflich anhand des aktuell tobenden Kampfes um Sitzkapazitäten zwischen Israel und Deutschland verfolgen: Hier wird der Machtkampf um Flugkapazitäten immer härter ausgetragen: Israel droht jetzt sogar mit einem kompletten Stopp von Lufthansa-Flügen. Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» meldete am Montag, das israelische Transportministerium habe als Begründung für die Drohung "mangelnde Sicherheitsvorkehrungen" auf dem Flughafen in Frankfurt genannt. Izchak Saroni, Sprecher der Lufthansa in Israel, sprach am Montag von "einem merkwürdigen Timing" im Anschluss an den Streit über die Kürzung von Sitzkapazitäten zu Gunsten der nationalen Fluggesellschaft El Al. Das Transportministerium dementierte jedoch eine solche Verbindung.

Lufthansa-Kapazitäten gekürzt

Die Lufthansa hatte das Obersten Gericht Israels angerufen, nachdem die israelische Luftfahrtbehörde zum "Schutz" von El Al eine Kürzung der Lufthansa-Sitzkapazitäten um ein gutes Drittel angeordnet hatte. Das Gericht setzte die umstrittene Anordnung vorläufig aus. Auch in Israel war die Entscheidung der Behörde als Eingriff in den Wettbewerb kritisiert worden, der die israelische Fluglinie vor einer Privatisierung stärken solle.

Plant Lufthansa El Al-Beteiligung?

Danach berichteten israelische Medien, Berlin erwäge, El Al-Flüge in die deutsche Hauptstadt zu stoppen, und die Lufthansa sei daran interessiert, eine Beteiligung an der El Al zu erwerben. Für diese Berichte gab es jedoch keine offizielle Bestätigung.

"Nur piesacken"

Die Zeitung schrieb am Montag, das israelische Transportministerium wolle die Lufthansa-Flüge stoppen, sollten die Sicherheitsvorkehrungen in Frankfurt nicht verschärft werden. Lufthansa-Sprecher Saroni wies darauf hin, dass Lufthansa nicht für die Sicherheitsregelungen verantwortlich sei. "Es gibt keinerlei Probleme mit der Sicherheit in Frankfurt", betonte er jedoch. Man wolle Lufthansa "nur piesacken".

DPA
Themen in diesem Artikel