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Nach Sponsoren-Schelte "Werden uns darüber hinaus nicht äußern": Mercedes lässt Zukunft mit Mesut Özil offen

Mercedes-Benz in der Causa Mesut Özil
Die Daimler AG hinter Mercedes-Benz ist ein namhafter Sponsor von Ex-Nationalkicker Mesut Özil - aber wie lange noch?
© Markus Gilliar/ / Picture Alliance
Im Zuge seines Rückzugs aus der Nationalmannschaft hat Mesut Özil zum Rundumschlag gegen den DFB, die Medien und seine Sponsoren ausgeholt. Auch Autobauer Daimler wurde attackiert - dieser arbeitet die Kritik nun "in Ruhe" auf. Offenbar ganz in Ruhe.

Seit acht Tagen wird bei der Daimler AG "in Ruhe" analysiert, was Mesut Özil dem Automobilkonzern alles um die Ohren gehauen hat. Am 22. Juli hat der zurückgetretene Nationalspieler zur Generalabrechnung mit dem DFB, den Medien und seinen Sponsoren auf Twitter ausgeholt. Dem Unternehmen hinter Mercedes-Benz - immerhin seit über 40 Jahren DFB-Sponsor, mit dem Özil obendrein als einziger Fußballer einen lukrativen Einzelvertrag haben soll ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") - warf der 29-Jährige etwa vor, nach seinem umstrittenen Bild mit dem türkischen Präsidenten nachträglich aus PR-Kampagnen getilgt worden zu sein. Darüber hinaus habe das Unternehmen daraufhin in der Zukunft liegende Werbeaktionen zur Weltmeisterschaft gestrichen. "Krisenmanagement" habe Daimler das, laut Özils Darstellung, genannt.  

"Wir werden uns die Vorwürfe von Mesut Özil (...) in Ruhe ansehen, bewerten und anschließend entscheiden", erklärte ein Unternehmenssprecher wenige Stunden nach diesem bisher beispiellosen Rundumschlag. Seitdem stehen die Vorwürfe im Raum.

Wie geht es mit Daimler weiter?

Wie steht es also, acht Tage später, um die interne Bewertung der Anschuldigungen? Wie geht es voran? Und was wird konkret analysiert und "anschließend entschieden"? 

Auf die Fragen des stern gibt sich ein Sprecher der Daimler AG wortkarg: "Der Vertrag als Markenbotschafter von Mesut Özil läuft noch bis Ende des Jahres 2018", heißt es. Es bestehe "keine Notwendigkeit", diesen vorzeitig zu beenden. Ein Statement, das Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche schon vor einigen Tagen nahezu im Wortlaut in einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalsbilanz gegeben hat - und die eigentliche Frage nach der Kritik-Analyse nicht beantwortet. Wie es zwischen Mercedes und Mesut Özil weitergeht - nach 2018? "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern werden", so der Sprecher weiter. 

Immerhin: "Nach meinen Erkenntnissen fährt er noch Mercedes", soll Zetsche in der Telefonkonferenz vor einigen Tagen über Özil gesagt haben. Dass Özil dies auch 2019 als Werbegesicht tun wird - daran lässt der Autobauer mit seiner dünnen Reaktion mindestens zweifeln. 

Vodafone stoppte Werbe-Video mit Mesut Özil

Ein Sponsor hat seine Werbeaktivitäten mit Özil bereits storniert, allerdings aufgrund des umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan: Der Telekommunikations-Konzern Vodafone stoppte ein bereits produziertes Werbe-Video und entsprechende Fotos mit ihm vor der Weltmeisterschaft. Dies bestätigte ein Vodafone-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete vorab, der britische Mobilfunkanbieter habe einen Werbe-Clip mit Özil und dessen Hund Balboa produziert. "Mit der Kampagne hätten wir in der massiven Diskussion im Netz mit unserer Botschaft nicht mehr durchdringen können", sagte ein Sprecher der Zeitung. 

Der Sportartikelhersteller Adidas hingegen hat nicht lange mit einem Bekenntnis zu seinem Werbegesicht auf sich warten lassen: "Wir bedauern, dass Mesut Özil nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen wird", sagte ein Sprecher einen Tag nach Özils Sponsoren-Schelte, von der Adidas allerdings verschont geblieben ist. "Als Markenbotschafter bleibt er selbstverständlich ein Mitglied der Adidas–Familie."

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fs / Mit Material der DPA

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