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"FC Deutschland 06": 20 Millionen Euro sind nicht genug

Eine WM-Imagekampagne ist nach Ansicht von "FC Deutschland 2006"-Geschäftsführer Mike de Vries vielleicht "eine der letzten Chancen der Profilschärfung für den Wirtschaftsstandort Deutschland". Dafür kann er jeden Euro brauchen.

Für die Imagekampagne der "FC Deutschland 06 GmbH" zur Fußball-WM im kommenden Jahr rechnet deren Geschäftsführer Mike de Vries mit einem Volumen von deutlich mehr als 20 Millionen Euro. "Die bisher geplanten jeweils 10 Millionen Euro von Bundesregierung und Wirtschaft sind nur das Minimum", sagte de Vries in einem dpa-Gespräch. Unter dem Logo "Deutschland - Land der Ideen" hofft er auf eine baldige Zusage von Bundespräsident Horst Köhler als Schirmherr. Die Kampagne werde laut de Vries "politisch strikt neutral bleiben".

"Visionen für die Zukunft"

Ziel der Kampagne, deren erste größere Präsentation de Vries für etwa Mitte April in Berlin ankündigte, seien "Visionen für die Zukunft" von ganz Deutschland weit über den Fußballsport hinaus. Vom Rückblick auf alte Fixpunkte wie etwa Schloss Neuschwanstein, Brandenburger Tor und Heidelberg für Amerikaner halte er nichts. "Wir haben unter Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff in der Nationalmannschaft einen neuen Geist, neue Initiative, anderes Denken. Das wird sich in der Kampagne wiederfinden." So könnte beispielhaft laut de Vries "aus dem Sport der Impuls für ein neues Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland kommen".

Der Manager stellte die besonderen Chancen für die deutsche Wirtschaft heraus. Die Imagekampagne reiche "weit über den Fußball hinaus" und werde auch zeitlich über das WM-Turnier hinaus bis mindestens Ende 2006 und sogar noch 2007 national und weltweit Bedeutung haben, versicherte de Vries. "Keiner wird Grund haben, die Kampagne abzulehnen. Auch die Opposition kann nicht dagegen sein, etwas für dieses Land und sein gesundes Selbstbewusstsein zu tun."

Profilschärfung für den Wirtschaftsstandort

Aus Kreisen der Wirtschaft habe er bereits sehr positive Signale bekommen. Auf einer gerade gestarteten "Deutschlandtour" habe er erste Zusagen erhalten. Mike de Vries erläuterte, das Minimum der vorgesehenen Lizenzgebühren betrage für die Unternehmen 100.000 Euro und reiche, je nach Umsatz, im Regelfall bis zu etwa 1 Million Euro. "Nach oben ist aber nichts gedeckelt, wir nehmen auch 2 Millionen", sagte de Vries. "Das sollte uns allen das Land wert sein." Die Imagekampagne sei vielleicht "eine der letzten Chancen der Profilschärfung für den Wirtschaftsstandort Deutschland".

Zur Zeit häuften sich Anfragen aus vielen Bereichen. Der Manager nannte unter anderem neben Unternehmen einige Vertretungen von Bundesländern, Städte und Kommunen, Verbände, Tourismusorganisationen und Universitäten, die sich für die Teilnahme an der Kampagne interessierten. "Nichts eint die Nation offenbar mehr als das Thema Fußball", sagte de Vries. Auf dieser Grundlage könne das Logo der Kampagne, "Deutschland - Land der Ideen" ein Qualitätssiegel wie einstmals "Made in Germany" werden.

DPA / DPA