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AEG: Die Geschirrspül-Schrauber streiken

Haushaltsgeräte aus dem Hause AEG sind als deutsche Traditionsmarke bekannt. Jetzt will die schwedische Konzernmutter Electrolux das deutsche Stammwerk schließen und die Produktion nach Polen verlagern - die Arbeiter wehren sich.

Aus Protest gegen die drohende Schließung des Nürnberger Stammwerks hat die AEG-Belegschaft einen Streik begonnen. Mit der 24-stündigen Protestaktion will die IG Metall das Werk weitgehend lahm legen. Auf diesem Weg wollen die Beschäftigten gegen die drohende Schließung der Fabrik protestieren. Der schwedische Mutterkonzern Electrolux will die Fertigung von Waschmaschinen und Geschirrspülern aus Kostengründen nach Polen verlagern. In Nürnberg stehen 1750 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Mit der Frühschicht wurde das AEG-Werk komplett abgeriegelt. Dies hatte der Betriebsratsvorsitzende Harald Dix zuvor in Nürnberg angekündigt. "Wenn das Werk steht, ist Electrolux in ganz Deutschland und in manchen Bereichen auch in ganz Europa handlungsunfähig", ergänzte Dix. Mit der Blockade wolle man ein Signal geben, dass bei einer Schließung des Werks das Image aller Electrolux-Marken beschädigt werde.

Preisverfall bei Haushaltsgeräten

Der schwedische Konzern zieht wegen des Preisverfalls für Haushalt- und Küchengeräte eine Schließung des Nürnberger Werks in Betracht. Die Electrolux-Führung will darüber am 24. Oktober entscheiden. Von der geplanten Werksschließung in der Deutschland-Zentrale von Electrolux sind neben der Produktion auch 900 Mitarbeiter in der Auslieferung, der Ersatzteilbestellung und dem Kundendienst betroffen.

In dem Nürnberger Werk werden Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner der Marken Electrolux, AEG, Juno und Privileg hergestellt. Durch die 24-stündige Blockade können nach Angaben der IG Metall rund 6000 Geräte nicht ausgeliefert werden. Der Generalsekretär des Europäischen Metall-Gewerkschaftsbundes, Peter Scherrer, drohte mit Protestaktionen in ganz Europa. Wenn Electrolux seinen Kurs der Stilllegung von Werken fortsetze, würden europaweit alle Fabriken in den Ausstand treten, sagte er.

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) forderte Belegschaft und Konzernführung zu Kompromissbereitschaft auf und bot an, sich selbst in Gespräche einzuschalten. "Ich würde es begrüßen, wenn eine Lösung gefunden werden könnte, von der sowohl der Standort als auch die Mitarbeiter und das Unternehmen profitieren könnten. Dafür sind eine kooperative Haltung und Zugeständnisse auf beiden Seiten erforderlich", sagte er. Die Arbeitnehmerseite habe mit Vorschlägen für Einsparungen bereits ein ermutigendes Zeichen gesetzt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters