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Airbus A400M: Mega-Transporter auf Jungfernflug

Der Airbus-Militärtransporter A400M hat seinen um Jahr verspäteten Jungfernflug erfolgreich absolviert. Die Maschine startete am Freitag in Sevilla und kehrte nach rund vier Stunden ohne Probleme zum Flughafen zurück.

Der Airbus-Militärtransporter A400M hat seinen um Jahr verspäteten Jungfernflug erfolgreich absolviert. Die Maschine startete am Freitag in Sevilla und kehrte nach rund vier Stunden ohne Probleme zum Flughafen zurück. Bei dem Testflug waren zwei Piloten und vier Ingenieure an Bord. Der Erstflug sollte ursprünglich schon vor zwei Jahren stattfinden, aber technische Probleme verzögerten das Projekt mehrfach.

Der A400M soll bei der Bundeswehr und anderen europäischen Armeen das veraltete Transportflugzeug Transall ersetzen. Die viermotorige Maschine kann anders als der Vorgänger beispielsweise Kleinpanzer, Soldaten oder Hubschrauber direkt von Deutschland nach Afghanistan fliegen. Ab Ende 2012 oder 2013 sollen die Maschinen zur Truppe kommen.

Für den Hersteller Airbus ist das Propellerflugzeug zu einem massiven Problem geworden. Das 2003 gestartete Programm hatte massive Probleme bei Triebwerken, Verkabelung, Software und Gewicht. Die sieben Käufer-Länder Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und die Türkei haben insgesamt 180 Exemplare zum Festpreis von 20 Milliarden Euro bestellt, die Bundeswehr allein 60.

Mögliche Mehrkosten von 5 Milliarden Euro

Wegen der Verspätung und voraussichtlich höheren Kosten gibt es Spannungen zwischen Airbus und den Kunden-Staaten. Die Verzögerungen kosteten den Airbus-Mutterkonzern EADS bis zum Sommer bereits 2,3 Milliarden Euro, Fachleute sprechen von Kostenüberschreitungen von über 5 Milliarden Euro. Länder und Airbus verhandeln über einen Ausweg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich noch nicht festlegen. Es sei "ne gute Nachricht, wenn er von der Erde weggekommen ist", sagte die Bundeskanzlerin am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Sie fügte hinzu: "Ich kann jetzt den Verhandlungen nicht vorgreifen. Dass wir ein Transportflugzeug brauchen, ist klar...aber wir können uns natürlich auch nicht beliebig lange auf die Wartebank setzen, denn irgendwann wird ja mal ein Produkt gebraucht."

AP / AP