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Rüstung: B-21 Raider - neuer US-Stealth-Bomber steht vor dem ersten Flug

Die USA arbeiten an einem Super-Bomber, der auch die modernste Luftabwehr durchbrechen kann. Der nächste Schritt der Entwicklung ist der Jungfernflug, sagte ein US-General.

Wie die B-2 Spirit (Spirit) wird die B-21 Raider als Nurflügler konzipiert.

Wie die B-2 Spirit (Spirit) wird die B-21 Raider als Nurflügler konzipiert.

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Über den neuen B-21-Bomber der US-Luftwaffe ist wenig bekannt. Es gibt keine Fotos von dem Flugzeug, nur ein einziges gerendertes Bild. Und dennoch ist das Projekt offenbar weit fortgeschritten. "Unser nächster wichtiger Meilenstein ist der Erstflug", sagte Luftwaffen-General Arnold Bunch über das "B-21 Long Range Strategic Bomber"-Programm. Einem Ausschuss des Senats sagte der General, dass das Programm exakt im vorgesehenen Zeitplan liegt. Ein genaues Datum für den Flug wurde nicht genannt. Bunch sagte nur, dass die ersten B-21 Mitte der 20er Jahre einsatzfähig sein werden.

"Die B-21 schreitet so voran, wie wir es uns wünschen ... Wir haben jetzt die kritische Designüberprüfung bestanden", so Bunch. Die B-21 wird von Northrop Grumman entwickelt. Die Luftwaffe ließ der Firma im Jahr 2015 einen Auftrag im Wert von zunächst 21,4 Milliarden Dollar zukommen. Es wird erwartet, dass das Bomberprogramm insgesamt über 55 Milliarden Dollar kosten wird. Davon sollen mindestens 100 B-21 beschafft werden. Ellsworth Air Force Base, in South Dakota, wurde bereits zum ersten Standort der B-21 bestimmt.

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Mithilfe von Tankflugzeugen wird die B-21 jeden Punkt auf der Erde angreifen können. Auch bei der Stealth-Technologie wird ein Fortschritt erwartet. Derzeit scheint es so, als seien die modernen russischen Luftabwehrsysteme in der Lage, die "unsichtbaren" Stealth-Jets der USA aufzuspüren. Die B-21 soll wieder über eine zuverlässige Tarnkappe verfügen.

B-21 ohne Hitzefahne aus den Triebwerken

Dazu passt, dass die bisher gezeigten, gerenderten Bilder des Jets keine Auslassöffnungen der Triebwerke zeigen. So könnte der Abgasstrahl zerstreut werden, damit der Jet keine Hitzefahne und keine klaren Verwirbelungen der Luft hinter sich herzieht. Um mit der technischen Entwicklung mitzuhalten, soll die Elektronik des Bombers als eine offene Architektur entwickelt werden, damit es leicht möglich ist, einzelne Komponenten auszutauschen, ohne dass die Kommunikationsfähigkeit des Gesamtsystems leidet.

Den Beinamen Raider trägt der Bomber in Erinnerung an den Doolittle Raid. Der spektakuläre Luftangriff fand am 18. April 1942 statt. Umgebaute US-Bomber vom Typ North American B-25 Mitchell starten von einem Flugzeugträger aus, um das Ziel zu erreichen. Diese "Antwort auf Pearl Harbour" hatte vor allem eine propagandistische Bedeutung.

Die B-21 ähnelt stark der älteren B-2 – beides sind Nurflügler. Ein Design, das auf ein deutsches Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgeht, der Horten IX. Die B-21 wird eine Besatzung von zwei Personen haben, es soll aber auch ein ferngesteuerter Betrieb als Drohne möglich sein. Der Preis pro Jet beträgt etwa 600 Millionen Dollar. Die neuen Stealth-Bomber werden die B-2 Spirit ersetzen, aber nicht die uralte B-52 Stratofortress. Die B-52 absolvierte ihren Erstflug bereits im Jahr 1952 und soll bis weit in die 2040er Jahre fliegen. Die Maschine könnte durchaus eine hundertjährige Dienstzeit erreichen.

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