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Militärtechnik: Chinas neuer Laser-Satellit soll zum "Todesstern" für die U-Boote der USA werden

Bislang sind U-Boote in der Tiefe der Meere vor Entdeckungen weitgehend sicher. Peking entwickelt nun einen Laser, dessen ultrahelles Licht die Tiefsee wie eine Taschenlampe erleuchten soll.

Bange Frage für die Navy: Können Boote wie die "USS John Warner" in Zukunft aus dem All aufgespürt werden?

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U-Boote nutzen die Tiefe der Meere, um unerkannt die Ozeane zu durchkreuzen. Radarwellen können sie unter Wasser nicht aufspüren. Wie schon im Zweiten Weltkrieg versucht man, die Boote durch Schallreflexionen zu orten, der sich unter Wasser sehr gut verbreitet. Aber solange die Boote still bleiben, sind sie ab einer gewissen Tiefe kaum aufzuspüren.

Hier liegt auch ihr militärischer Wert. In Übungen gelingt es kleinen U-Booten immer wieder, die Verteidigung selbst der mächtigsten Trägergruppen der USA zu durchdringen. Doch nun arbeitet Peking energisch daran, die Tarnkappe des Meeres aufzuheben.

+++ Lesen Sie hierzu: Wie ein 30 Jahre altes U-Boot eine US-Trägergruppe versenkt hat +++

Licht in 500 Metern Tiefe

China hat einen Satelliten entwickelt, der das Meer bis zu einer Tiefe von 500 Metern durchleuchten soll. Gelingen soll das mit einem leistungsstarken Laser. Das Projekt "Guanlan", was etwa das "Beobachten der großen Wellen" bedeutet, hat wie auch andere chinesische Laserprogramme eine militärische und auch eine zivile Bedeutung. Mit dem Gerät sollen vom All aus auch umfassende Daten über Meeresströmungen erfasst werden.

Song Xiaoquan, ein am Projekt beteiligter Forscher, sagte der "South China Morning Post", dass der Satellit die obere Schicht des Meeres "mehr oder weniger transparent" machen wird.

Tatsächlich dimmt Wasser Licht relativ schnell ab. Sonnenlicht dringt maximal in eine Tiefe von 200 Metern, doch ein ultraheller Laser könnte weit tiefer ins Meer leuchten.

Letztlich muss ein Teil der Impulse aber auch den Weg wieder zurück an die Oberfläche schaffen, wo ihre Reflexion dann gemessen werden kann.

An ähnlichen Verfahren haben auch die USA und die UdSSR gearbeitet, im Kalten Krieg kam man jedoch nicht über eine Tiefe von hundert Metern hinaus. Neuere Forschungen der Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA) sollen aber auch gute Ergebnisse bis zu 200 Metern Tiefe liefern.

Radar unterstützt den Laser

Das neue Verfahren kombiniert zwei Techniken. Neben dem Laser wird ein Radar verwendet. Die Radarwellen können zwar das Wasser nicht durchdringen, doch sie tasten die Oberfläche des Meeres extrem genau ab. So soll die ungefähre Position eines Bootes in der Weite des Ozeans bestimmt werden. Der Laser würde dann schon in etwa wissen, wo er suchen muss.

Song Xiaoquan gibt einen Hinweis auf einen weiteren Trick des Messverfahrens. "Manchmal gibt es nicht genug Licht, um 500 Meter und zurück zu erreichen, aber wir können trotzdem versuchen, herauszufinden, was da unten ist, indem wir eine indirekte Messung in einer geringeren Tiefe durchführen." Damit würde man zwar das U-Boot nicht direkt "sehen", aber so könnte man die Wasserbewegungen messen, die ein fahrendes Boot hervorruft.

Messungen des Magnet- und Gravitationsfeldes

Der neuartige Laser reiht sich in eine ganze Reihe von Maßnahmen, die U-Boote aufspüren sollen. Einerseits werden die klassischen Methoden verbessert. Auf dem Meeresboden werden dazu leistungsstarke Sensoren abgesetzt, die auch kleinste Schallsignale über lange Entfernungen anmessen können.

Peking entwickelt gleichzeitig exotischere Techniken, die auch Stealth-Flugzeuge erfassen können. Sensoren mit Quantentechnik sollen die Störungen des Gravitationsfeldes anmessen, die sich bewegende Objekte verursachen. Andere Forschungen versuchen, das Magnet-Feld der Erde sehr genau zu messen. U-Boote und auch Stealth-Flugzeuge sind aus Metall und führen zu winzigen Irritationen der Gravitation.

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