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So fordert Chinas kleiner Flugzeugträger die USA heraus

Chinas neuer Flugzeugträger vom Typ 001A ist kleiner und schwächer bewaffnet als die Träger der USA. Dennoch soll er Washington Paroli bieten. Ihm helfen die Geografie und eine Armada von Atom-U-Booten.

China hat seinen ersten selbst hergestellten zu Wasser gelassen, doch Typ 001A ist nur eine Art Schul- und Übungsschiff, dem gewaltige Träger folgen werden. Derzeit hat China schon einen kleinen Träger im Dienst, die Liaoning. 

Restbestände der UDSSR

Die Liaoning wurde in fertiggestellt, der Rumpf des Schiff selbst stammt aus der Erbmasse der UDSSR und wurde der Ukraine abgekauft. Der neue Typ 001A modifiziert diese Baureihe, im Wesentlichen bleibt man dem Grundentwurf treu. Ein Schiff der gleichen Art ist der einzige russische Träger, die Admiral Kuznetsov, bekannt aus dem Einsatz vor der syrischen Küste.

Alle drei Schiffe unterscheiden sich von den weit größeren Trägern der USA. Eigentlich handelt es sich um Schlachtkreuzer mit einem Flugdeck. Während die US-Träger eine Art von schwimmendem Flughafen darstellen, mit denen die USA ihre gewaltige Luftwaffe überall auf der Welt zusammenführen kann, war die Aufgabe der UDSSR-Träger weit bescheidener. Sie sollten einer Schlachtgruppe der Marine im Kampf  gegen gegnerische Schiffe mit eigenen Flugzeugen beistehen. Neben den Jets transportierten sie ein gewaltiges Arsenal mächtiger Raketen.

Behindert durch den Rampenstart 

Nicht nur, dass sie weit weniger Jets als die US-Träger an Bord hatten, die Russen trauten sich damals keinen Start mit einer Katapult-Technik zu. Hierbei wird der startende Jet nicht allein von seinen Turbinen beschleunigt, sondern durch eine Katapult-Anlage auf Tempo gebracht. Stattdessen setzte auf ein anderes Prinzip: Die Startbahn ist wie eine Sprungschanze nach oben gebogen. Dieses Verfahren ist technisch einfacher, macht es vielen Flugzeugtypen aber unmöglich, von so einem Träger aus zu starten. Außerdem dürfen die Jets wegen der geringeren Geschwindigkeit beim Start nicht so schwer sein wie bei der US-Variante.

Deutliche Anpassungen des alten Musters

An diesen Grundbeschränkungen hält auch der Typ 001A fest, er soll allerdings mehr Jets als die Liaoning aufnehmen können, vermutlich wurde dafür die Bewaffnung mit Raketen reduziert. Auch an dem Aufbauturm sind deutliche Veränderungen festzustellen. Anstelle des zerklüfteten Old-School-Aufbaus aus der UDSSR sind glatte Oberflächen im Stealth-Design getreten. Der Turm ist etwa zehn Prozent kleiner geworden, das selbst ist aber größer als die Liaoning. Radar und Elektronik entsprechen dem modernen chinesischen Stand. 

Im Vergleich zum mächtigsten Träger der USA, der USS Gerald R. , sind beide Modelle nur Boote. "Der Start des neuen Trägers ist jetzt vor allem ein politisches, symbolisches Event. Es wird noch zwei Jahre dauern, bis der Träger ausgerüstet ist, und seine erste Erprobung unter realistischen Bedingungen absolvieren kann", kommentierte Juliette Genevaz, China-Expertin des Military School Strategic Research Institute, den Stapellauf.

Chinesische Mauer auf See

Alle Experten sind sich einig, dass auch der Typ 001A keinen gleichwertiger Gegner für eine US-Trägergruppe darstellt. Das ist an sich richtig, aber dennoch nur die halbe Wahrheit. Das Operationsfeld der chinesischen Träger ist nicht die ganze Welt. Wo Washington mit seinen Trägergruppen, militärische Macht an jedem Punkt der Erde projizieren will, haben die Peking-Träger eine begrenzte Aufgabe. Ihr Einsatzgebiet ist das Südchinesische Meer. Dort, direkt vor Chinas Haustür, sind sie nicht allein auf sich und andere Marineeinheiten gestellt. Sie operieren im Verbund mit auf dem Festland stationierten Flugzeugen und Raketen und - besonders wichtig - mit den Stützpunkten, die Peking auf kleinen Inseln errichtet.

Wo eine US-Trägergruppe als selbstständige Macht auftritt, werden die chinesischen Träger nur ein Baustein in einem Netz militärischer Machtmittel sein. Song Zhongping, ein Miltär-Experte aus Peking, sagt: "Die Südchinesische See ist das Gebiet, in dem der Träger zum Einsatz kommen wird. Er soll die Große Mauer in der See errichten, entsprechend den Plänen zum Aufbau der Marine."

Der große Träger ist im Bau

Seit März 2015 ist ein weiteres Schiff im Bau und Typ 002 wird ein richtiger, großer Träger. Einzelheiten sind zwar geheim, doch es ist kein Geheimnis, dass 002 weit größer wird als der Typ 001A. Ebenfalls wird erwartet, dass der Start mit einem Katapultsystem durchgeführt wird. 002 wird in der Lage sein, nicht nur Abfangjäger zu starten, sondern Überwachungsflugzeuge und Kampfbomber mit hoher Waffenlast, sagt Bryan Clark vom "Center for Strategic and Budgetary Studies" dem Portal "National Interest". Gleichzeitig ermöglicht das Katapultsystem einen schnelleren Start und den Einsatz von mehr Flugzeugen.

"Strategisches Ziel Chinas ist es, die Flugzeugträger so zu benutzen, dass sie die Reichweite ihrer landbasierte Systeme vergrößern. Da geht es um die Fähigkeit militärisch zuzuschlagen, aber auch darum, die Zone der Überwachung und der elektronischen Kriegsführung zu erweitern", erklärt er.

"In zweiter Linie wird ein großer Flugzeugträger in der Lage sein, unabhängig von Land gestützten Systemen zu arbeiten. Das dürfte hilfreich in Gebieten sein, die weiter von China entfernt sind, etwa im Indischen Ozean."

Atom-U-Boote am Fließband

Von einem weltweiten Auftreten wie die USA ist China noch weit entfernt. Die Rüstung dient im Wesentlichen dazu, allen anderen Mächten der Welt - inklusive den USA - den Zutritt zu Gebieten zu untersagen, die China für sich beansprucht. Die chinesischen Flugzeugträger sind also kein Gegengewicht zu den Trägergruppen der USA. Um diese herauszufordern, setzt Peking auf eine andere Strategie. China arbeitet mit Hochdruck an extrem schnellen Anti-Schiffsraketen, für die es derzeit keine Abwehrmöglichkeit gibt, vergleichbar mit der vor kurzem in Russland getesteten Zircon-Rakete. 

Gleichzeitig hat Peking seine Fähigkeit zum Bau von Angriffs-U-Booten verbessert. "Popular Mechanic" berichtete, dass China eine Riesenfabrik zum Bau von U-Booten errichtet. In dieser neuen Fabrik allein sollen vier Atom-U-Booten parallel gebaut werden können. Die USA haben derzeit die Fähigkeit, zwei Boote parallel zu bauen. Raketen und U-Boote sind die klassischen Methoden, mit denen die teuren US-Träger bedroht werden können. Unmöglich ist das nicht. In Übungen gelingt es den U-Booten der Bundeswehr regelmäßig, sogar auf Torpedoschussweite an lohnende Ziele heranzukommen.

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