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USS Gerald R Ford: Der mächtigste und teuerste Flugzeugträger der Welt

13 Milliarden US-Dollar kostet der nächste Flugzeugträger der USA. So gewaltig war noch kein Schiff. Nun wird es in Dienst gestellt. Doch es ist der erste Träger, dessen Schicksal allein von Raketen abhängt.

In wenigen Wochen wird die USS Gerald R. Ford in Dienst gestellt.

In wenigen Wochen wird die USS Gerald R. Ford in Dienst gestellt.

Im kommenden Monat wird die USS Gerald R. Ford (CVN-78) in Dienst gestellt, die Schiffstaufe fand im November 2013 statt. Die Gerald R. Ford ist nicht nur ein neuer Flugzeugträger der USA, es ist das erste Schiff einer neuen Klasse, der Ford Klasse. Als Schiff wird die Gerald R. Ford die USS Enterprise von 1961 ersetzen, die dann außer Dienst gestellt wird. 

Weniger Matrosen, geringere Kosten

4500 Mann bilden die Besatzung des Giganten, der sagenhafte 90.000 Tonnen verdrängt. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Ford-Klasse nicht großartig vom Vorgänger, der Nimitz Klasse. In der Technik soll sie den Vorgänger aber übertreffen und das bei geringerem Betriebskosten. Für den Betrieb des Schiffes werden 2600 Matrosen benötigt, das sind 600 weniger als bei der Nimitz. Zur Gesamtbesatzung kommt noch das Personal für die Flugzeuge und für andere Aufgaben hinzu.

Der Gigant im Dock.

Der Gigant im Dock.


 Anstelle der altbekannten, mit Dampf betriebenen Katapulte werden elektromagnetische Rampen für den Start der Jets verwendet, die auch Drohnen und andere Flugkörper in die Luft bringen Von der Ford-Klasse sollen  täglich 25 Prozent mehr Einsätze als vom Vorgänger starten können. Im Normalfall wären das bis zu 160 Starts am Tag, im Kriegseinsatz liegt das Maximum bei 220. Für den Antrieb sorgen zwei Reaktoren (Bechtel A1B) mit einer Kapazität von je 300 Megawatt.

Mobile Luftflotte von 90 Jets

Sea-Sparrow-Raketen sollen den Träger vor gegnerischen Raketen schützen. Erwartet wird, dass die Gerald R. Ford als eines der ersten Schiffe überhaupt, Lasersysteme zur Abwehr bekommen wird.  Die eigentliche Macht des Trägers liegt aber in den 90 Flugzeugen, die er transportieren kann. Neben dem neuen Stealth-Jet F-35, dessen Einsatzbereitschaft allerdings umstritten ist, gehören die Typen F/A-18E F und Super Hornet. Zur Unterstützung E-2D Advanced Hawkeye, EA-18G Growler zur schwimmenden Luftflotte. Außerdem beherbergt der Träger Hubschrauber vom Typ MH-60R/S und unbemannte Flugkörper.  Damit transportiert die Gerald R. Ford mehr Kampfkraft, als sie die gesamte Luftwaffe vieler Mittelmächte insgesamt besitzen. Der einzigartige Vorzug: Durch den Träger kann diese militärische Macht auf jeden Punkt der Welt gerichtet werden.

Das "Island" wird auf das Deck gesetzt.

Das "Island" wird auf das Deck gesetzt.

Kritik rufen die enormen Kosten hervor, aber es gibt auch Bedenken, dass die Zeit der schwimmenden Festungen abgelaufen ist. Einen ernsthaften Gegner hatten US-Träger das letzte Mal im Zweiten Weltkrieg und dort drohte ihnen – neben U-Booten – vor allem Gefahr von den Flugzeugen der japanischen Träger. Von gleich zu gleich, wenn man so will. Andere Schiffe waren nur hilflose Beute. Die Ära von Lenkwaffen und Raketen war damals noch nicht angebrochen. Vor Raketen, die lange Distanzen zurücklegen mussten, schützte die Träger bis in die 80er Jahre dann ihre Mobilität. Zwischen Abschuss und Einschlag verging so viel Zeit, dass der Träger schon meilenweit vom alten Standort entfernt war, bevor die Raketen einschlugen.

Neue Bedrohungen

Heutzutage sind die Raketen schneller, intelligenter und tödlicher. Vor allem seitdem Russland und China sich darauf konzentrieren, die weltweite Vorherrschaft der USA durch die teuren Trägergruppen mit vergleichsweise billigen Raketen in Frage zu stellen. Ein Schiff wie die USS Gerald R. Ford wird in einem Konflikt mit einer modernen Militärmacht den Angriff feindlicher Kräfte nicht vermeiden können. Der Träger wird in Zukunft nur überleben, wenn seine Abwehrsysteme angreifende Raketen und Cruise Missiles rechtzeitig entdecken und abfangen können. Und das mit hundertprozentiger Sicherheit. Aus dem unangreifbaren Jäger wird eine Beute, die sich ihrer Haut erwehren muss.

Die USS Hartford taucht am Polarkreis auf


Die Ära der Raketen 

Sollte die Abwehr nicht gelingen, müsste ein Träger außerhalb der Reichweite der gegnerischen Batterien bleiben, dann würde das Meer sehr klein für die Gerald R. Ford werden. Welche Variante eintreten wird, lässt sich kaum sagen. Schließlich bauen die Herausforderer China und Russland auch selbst große Schiffe, sind also optimistisch, gegnerische Angriffe abwehren zu können. Sicher ist aber, entscheidend wird in Zukunft nicht der Wettkampf der Schiffe oder Flugzeuge sein, sondern der Wettlauf von Angriffs- und Abwehrraketen. So betrachtet, ist die Ära der Träger schon zu Ende gegangen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.