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Aufrüstung: Neun Zerstörer, ein Flugzeugträger und ein U-Boot auf nur einer Werft – Chinas Griff nach der Weltmacht

Ein Dutzend großer Schiffe und weitere kleine Einheiten werden zur gleichen Zeit auf nur einer Werft gebaut. Das verrät das Foto eines Flugzeugpassagiers. Peking will die Meere beherrschen.

Der chinesische Präsident schreitet die Ehrenformation der Marine ab.

Der chinesische Präsident schreitet die Ehrenformation der Marine ab.

DPA

Die deutsche Marine stellt derzeit nacheinander eine Handvoll von Fregatten ohne schwere Bewaffnung mit weitreichende Lenkwaffen in Dienst. Das Foto einer Werft in Schanghai, das aus dem Fenster eines Passagierflugzeugs gemacht wurde, zeigt das rasante Tempo der maritimen Aufrüstung in China.

Allein neun Lenkwaffenzerstörer 

Was wird genau gebaut? Im Vordergrund sind vier Zerstörer zu sehen. Zwei davon gehören zum Typ 052D. Ihre Größe liegt bei 7500 Tonnen und sie können von ihren Startern aus 64 schwere Raketen abfeuern. Ihre Kampfkraft entspricht den US-Modellen der Arleigh Burke-Klasse. Die beiden anderen gehören zu der größeren und neueren Typ-055-Klasse. Sie gelten als modernste und stärkste Lenkwaffenzerstörer der Welt und sind fast doppelt so groß wie der Typ 052D. Sie sollen mehr als 100 schwere Raketen tragen. Die USA werten T-055 dann auch nicht mehr als Zerstörer, sondern als Kreuzern.

Marine-Rüstung: Seemacht - die wichtigsten Kriegsschiffe der Welt
Die Zerstörter der Arleigh-Burke-Klasse sind das Arbeitspferd der US-Marine. Sie sind die "kleinsten" Schiffe der US-Navy , die mit weitreichenden Lenkwaffen ausgerüstet sind.   Die spektakulären Havarien im Jahr 2017 haben offenbar nichts mit technischen Mängel zu tun. Sie sind auf Fehler der Besatzung zurückzuführen.   Lesen Sie:     USS Fitzgerald und John S. McCain - Chaos und Inkompetenz an Bord - darum verunglückten die US-Zerstörer

Die Zerstörter der Arleigh-Burke-Klasse sind das Arbeitspferd der US-Marine. Sie sind die "kleinsten" Schiffe der US-Navy , die mit weitreichenden Lenkwaffen ausgerüstet sind. 

Die spektakulären Havarien im Jahr 2017 haben offenbar nichts mit technischen Mängel zu tun. Sie sind auf Fehler der Besatzung zurückzuführen. 

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USS Fitzgerald und John S. McCain - Chaos und Inkompetenz an Bord - darum verunglückten die US-Zerstörer



In einem weiteren Becken befinden sich vier weitere Zerstörer – wiederum zwei Exemplare der beiden Typen. An einem anderen Punkt ist ein weiterer 055er zu sehen. Das macht zusammen neun Lenkwaffenzerstörer – die britische Royal Navy verfügt insgesamt nur über sechs Schiffe des Typs, die Marine Deutschlands hat keinen Zerstörer im Dienst, nur kleinere Fregatten. Neben den Zerstörern sind einige kleine Landungshovercrafts vom Typ 726 Yuyi zu erkennen und ein Schiff mit riesigen Antennenschüsseln zum Überwachen von Raketenlaufbahnen.

Typ 003 soll an US-Träger aufschließen

Im Hintergrund des Fotos zeigen Kräne, wo das mächtigste Schiff liegt. Dort entsteht Chinas erster Flugzeugträger einer neuen Generation. Die beiden anderen Modelle basieren auf einem alten Design aus der UdSSR, das neue Schiff wird sich merklich unterscheiden. Der Typ-003 wird auf die Sprungschanze der Russen verzichten, die Phase des Dampfkatapults überspringen und die Jets mit elektromagnetischen Katapulten in die Luft bringen. Auf der Werft wird auch Chinas geheimnisvollstes U-Boot gebaut. Es ist weltweit das einzige U-Boot, dass einen runden Rumpf ohne einen Turmaufbau hat. Das gab zu Spekulationen Anlass, das U-Boot habe keine menschliche Besatzung an Bord. Der Marine Analyst H I Sutton urteilt: "Das Foto gibt ein interessantes Bild vom Stand der chinesischen Marinemodernisierung. Der wichtigste Punkt ist aber, dass dies nicht die einzige Werft ist. Es gibt viele Werften in ganz China, die ähnlich beeindruckend sind."

Mehr als der Südchinesische Meer

Wegen ihrer elf Flugzeugträgergruppen ist die US-Marine den Schiffen der Volksbefreiungsarmee weiterhin überlegen. Im Südchinesischen Meer gilt das aber nur bedingt, denn hier stützt sich China nicht allein auf seine Schiffe. Die Flotte ist nur die erste Verteidigungslinie, die Schiffe sind integriert in ein System von Stützpunkten auf dem Festland und den Inseln.

Stapellauf in Shanghai: China enthüllt seinen Zerstörer der Zukunft

Hinzu kommt, dass China in den umstrittenen Gewässern beginnt, künstliche Inseln aufzuschütten – auf denen Radarsysteme, Raketen und Flugzeuge stationiert werden können. Und die weit schwerer als ein Flugzeugträger "versenkt" werden können. Die Volksbefreiungsarmee hat den Status einer Marine für Küstengewässer längst verlassen. Sie ist eine "Blue Water"-Flotte geworden, die auf allen Weltmeeren operieren kann. Experten erwarten, dass sich Peking nach der Sicherung der Ansprüche im Südchinesischen Meer dem Indischen Ozean zuwenden wird.

Quelle: H I Sutton


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