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Kurz vor Prime Day: US-Comedian John Oliver greift Amazon scharf an - und der Konzern reagiert beleidigt

Amazon feiert in wenigen Wochen sein größtes Shopping-Event. Anlass genug, für den US-Comedian John Oliver einen kritischen Blick auf den größten Onlinehändler der Welt zu werfen. Das Lachen bleibt einem beim Zusehen im Halse stecken - und Amazon reagiert ausweichend.

US-Comedian John Oliver kritisierte Amazon und andere Versandunternehmen

US-Comedian John Oliver kritisierte Amazon und andere Versandunternehmen

Schnäppchen am laufenden Band, so lautet das Versprechen von Amazon zum jährlich stattfindenden Prime Day. In diesem Jahr verlängert der Konzern sein Einkaufs-Event sogar auf 48 Stunden. Der Prime Day wird am 15. Juli kurz nach Mitternacht beginnen und bis zum Ende des 16. Juli laufen, teilte Amazon mit. Ein neuer Bestell-Rekord dürfte dem Online-Händler sicher sein.

John Oliver kritisiert hohen Arbeitsdruck

Was viele Kunden im Shopping-Rausch vergessen: Es sind trotz aller Digitalisierung Menschen, welche am Ende die Pakete packen und an der Haustür zustellen. Das thematisierte nun auch der US-Moderator und Comedian John Oliver in seiner Show "Last Week Tonight“. "Amazon ist der Michael Jackson des Versandhandels: Es ist am besten in dem, was es tut. Niemand versucht, das nachzumachen. Und keiner, der Hintergründe erfährt, ist glücklich darüber".

Oliver kritisierte vor allem die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren. Dort laste häufig ein hoher Druck auf den Angestellten. John-Oliver-typisch ist der Beitrag lustig inszeniert, doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken: Etwa wenn Oliver aufzeigt, dass Mitarbeiter aus Logistikzentren häufiger krank sind und sich mehr verletzen als Angestellte in Kohleminen.

Der hohe Druck diene nur einem Ziel: Die Kunden sollen möglichst schnell ihre Bestellung in den Händen halten, und der Konzern soll noch reicher werden. Das viele Geld, das Amazon-Chef Jeff Bezos verdient, haut er unter anderem für penisförmige Raketen auf den Kopf, lästern die Macher der Sendung.

+++ Lesen Sie hier: "Kein Kunde bestellt etwas, um es zurückzugeben" - Amazons Deutschland-Chef Ralf Kleber im großen stern-Interview +++

Amazon-Manager reagiert abwehrend

Amazon ist der größte Player in der Versandbranche. Doch Olivers Kritik richtet sich nicht nur gegen den Konzern aus Seattle. Es gebe noch viel üblere Akteure, die auf Subunternehmer setzen und ihre Mitarbeiter schlechter bezahlen.

Die Reaktion von Amazon ließ nicht lange auf sich warten: Dave Clark Senior, Vice President Worldwide Operations bei Amazon, erklärte in einer Reihe von Tweets, dass er John Olivers Show persönlich schätze, aber dieser sich im Fall von Amazon irre. Er sei stolz auf sein Team und die Arbeitsbedingungen in seinem Konzern. "So sehr, dass wir öffentliche Führungen anbieten, für Menschen ab sechs Jahren und älter", schreibt Clark. Dann spielt er den Ball zurück: "Im Gegensatz zu den 1000.000 Besuchern in diesem Jahr haben John und seine Produzenten die Einladung für eine Besichtigung ausgeschlagen", moniert er.

Auf konkrete Vorwürfe ging Clark jedoch nicht ein.

cf
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